Ärger um Unterschiede beim Sprit-Preis

- München - Trotz des steigenden Ölpreises von 19,5 Dollar pro Barrel im Januar auf teils über 30 Dollar im Dezember, sind die Benzinpreise in Deutschland seit Jahresbeginn nahezu gleich geblieben. Der starke Euro hat den Anstieg weitgehend eliminiert. Wie der Tankstellenbetreiber Aral mitteilt, hat es in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten 80 Preiserhöhungen und 220 -senkungen gegeben. Im Durchschnitt kostete der Liter Superbenzin 108 Cent, bei teils erheblichen Unterschieden, sowohl regional, als auch von Anbieter zu Anbieter. "Die markenungebundenen, oder ganz freien Tankstellen sind bis zu zehn Cent billiger", sagt ADAC-Sprecher Peter Hemschik.

<P>Die regionalen Unterschiede lassen sich nicht so recht erklären, wie Hemschik meint: "Die Mineralölkonzerne liefern nur unbefriedigende Erklärungen." Warum zum Beispiel der Liter Superbenzin in Rostock (1.084) im Jahresdurchschnitt 9,8 Cent weniger kostet als in Freiburg (1,126) ist dem Automobilclub nicht klar.</P><P>München liegt in der ADAC-Liste mit 20 Städten mit durchschnittlich 1,105 Euro im "schlechteren Mittelfeld", sagt Hemschik. Nahe der Grenze zum billigeren Österreich nehmen die Benzinpreise eher ab. Deutschland nimmt bei den Benzin-Hochpreisländern europaweit eine der Spitzenpositionen ein.</P><P>Die Zahl der Erhöhungen (80) und Senkungen (220) bezeichnet Hemschik als "unappetitlich". Das zeige, dass die Mineralölkonzerne bei Erhöhungen richtig hinlangen, Preissenkungen aber nur peu à` peu an den Kunden weitergeben. Kaum positiver wertet er das übliche Anziehen der Preise vor den Reisezeiten. Mehrere Versuche, gegen vermutete Preisabsprachen vorzugehen, schlugen fehl, unter anderem einer des Bundeskartellamtes. Eine abermalige Erhöhung zum 1. Januar durch die Ökosteuer, wie in den vergangenen Jahren, bleibt den Autofahrern erspart. Nach fünf Stufen ist der Endstand erreicht.<BR></P>

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