Aero-Lloyd-Belegschaft prangert BayernLB an

- München/Oberursel - Im Kampf um die 1400 Arbeitsplätze der insolventen Fluggesellschaft Aero-Lloyd hat die Belegschaft scharfe Kritik am Mehrheitseigner Bayerische Landesbank geübt. Die überraschende Sperrung der Verfügungskredite stelle die Seriosität und Vertragstreue der Bank in Frage, hieß es in einem am Sonntag veröffentlichten Protestbrief. Eindringlich forderten die Mitarbeiter von dem Geldinstitut sofortige Kredithilfen, um unverzüglich den Flugbetrieb wieder aufnehmen zu können.

<P>Zugleich pochte die Belegschaft auf die Umsetzung des mit der Bank vereinbarten Sanierungsplans und die Einhaltung der vertraglich zugesicherten Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2004. Im Tarifvertrag zur Zukunftssicherung vom Mai 1998 hätten die Mitarbeiter im Gegenzug auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichtet und sich mit 2,5 Millionen D-Mark (umgerechnet 1,278 Millionen Euro) an dem Unternehmen beteiligt.</P><P>Im Namen der Belegschaft prangerten die Autoren an, dass die Landesbank zwar 250 Millionen Euro Rücklagen für die Abwicklung der Insolvenz bereitstelle, nicht aber den relativ kleinen Betrag von 23 Millionen Euro für die Rettung des Ferienfliegers. Dazu heißt es in dem Brief: "Fehlen hier mathematische Grundkenntnisse oder ist die Schließung politisch initiierte Marktbereinigung? Bauernopfer Aero-Lloyd. Werden wir eiskalt verheizt?" </P><P>Besonders scharfe Kritik erntete der Vorstandschef der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt, der zugleich Lufthansa-Aufsichtsrat ist. "Kollidieren hier die Interessen?", fragten die Beschäftigten in dem Brief. Weiter hieß es: "Was besonders erstaunte, war die reibungslose Rückholung der gestrandeten Passagiere. Das wäre ohne Vorbereitung auch bei perfekter Logistik nicht zu bewältigen gewesen." </P><P>Die Gesamtbelegschaft betonte in dem Brief "nochmals die Loyalität zu ihrer Geschäftsleitung und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit". Die Beschäftigten von Aero-Lloyd wollen am heutigen Montag vor dem Hauptgebäude der Bayerischen Landesbank demonstrieren. </P><P>Werner Schmidt verteidigte indes das Vorgehen seines Instituts. "Angesichts der Buchungsrückgänge und der Überkapazitäten bei den Billigfliegern war ein gesichertes, Erfolg versprechendes Fortführungskonzept nicht mehr realisierbar", betonte der Vorstandschef in der "Welt".</P>

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