Ärzte und Kassen einig über Chronikerregelung

- Ärzte und Krankenkassen haben sich darüber verständigt, welche Patienten künftig als chronisch krank gelten und deshalb weniger Zuzahlungen für ihre Behandlung leisten müssen. Außerdem einigte sich der Gemeinsame Bundesausschuss am Nachmittag auf eine Fahrtkostenregelung, die weitgehend den Zustand vor der Gesundheitsreform wieder herstellt.

<P>Nach der fast sechsstündigen Sitzung erklärte der Vorsitzende des Ausschusses, Rainer Hess, als chronisch krank gelte künftig der Patient, der sich in einer Dauerbehandlung befinde, die mindestens einen Arztbesuch pro Quartal erforderlich mache. Zusätzlich müsse der Patient entweder in Pflegestufe 2 oder 3 eingestuft sein oder eine Behinderung beziehungsweise Erwerbsminderung von mindestens 60 Prozent eingetragen haben.</P><P>Als Chroniker gelten aber auch Patienten, denen vom Arzt bescheinigt wird, dass ein Absetzen der Behandlung (medizinische Behandlung, Psychotherapie, Arzneimitteltherapie oder Behandlungspflege, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln) eine lebensbedrohliche Verschlimmerung herbeiführen würde, die Lebenserwartung vermindern würde oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten würde. Für alle diese Patienten gilt dann eine jährliche Zuzahlung von höchstens einem statt zwei Prozent des Bruttojahreseinkommens.</P><P>Neue Regeln gelten ab heute</P><P>Kosten für die Fahrt zur Behandlung können die Krankenkassen künftig übernehmen bei Strahlen- und Chemotherapie und bei Dialyse. Zusätzlich zu diesen bereits kurz nach In-Kraft-Treten der Reform wieder in den Katalog aufgenommenen Krankheiten können Fahrtkosten aber auch erstattet werden, wenn "vergleichbare Umstände und Behandlungen" vorliegen. Außerdem gilt die neue Regelung für Schwerbehinderte mit außergewöhnlicher Gehbehinderung, Erblindung oder besonderer Hilfsbedürftigkeit sowie unter vergleichbaren Umständen auch dann, wenn kein Schwerbehindertenausweis vorliegt.</P><P>Das Bundesgesundheitsministerium habe angekündigt, dem zuzustimmen, so dass die Fahrtkostenregelung bereits ab heute gelten könne, sagte Hess. Das Ministerium selbst stellte sich in einer Erklärung grundsätzlich hinter den Kompromiss. Der Ausschussvorsitzende erklärte, es sei klar, dass durch die "relativ großzügige Regelung" die politischen Einsparziele der Gesundheitsreform "unter Umständen so nicht mehr eingehalten werden können".</P>

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