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Für höhere Honorare demonstrierten in München dutzende Praxisangestellte.

Ärzteproteste trotz Honorarplus

München – Viele Ärzte wollen sich mit dem Honorarkompromiss nicht zufriedengeben. In Bayern gingen Hunderte auf die Straße.

„Patientenversorgung statt Bürokratie“ oder „Gesundheit ist kostbar“ – mehrere Dutzend Ärzte und Praxisangestellte demonstrierten gestern vor der Landesvertretung der Ersatzkassen in München gegen den Honorarkompromiss. Auch in Neumarkt in der Oberpfalz, Cham und Aschaffenburg gab es Proteste. Kundgebungen in Augsburg und Landshut wurden nach der Einigung dagegen abgesagt.

Nach monatelangem Ringen hatten sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung am Dienstagabend auf einen Kompromiss verständigt (wir berichteten). Danach bekommen die rund 150 000 niedergelassenen Ärzte in Deutschland 2013 zwischen 1,15 und 1,27 Milliarden Euro mehr Geld. Die genaue Summe hängt von weiteren Verhandlungen in den Regionen ab.

Die Allianz der Ärzteverbände kritisierte den Abschluss: „Diese Einigung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das grundsätzliche Problem von fehlenden festen Preisen und unbezahlten Leistungen der Ärzte und Psychotherapeuten damit nicht gelöst ist“, sagte der Sprecher der Allianz der Berufsverbände, Dirk Heinrich. Auch der Bayerische Facharztverband (BFAV) äußerte sich kritisch. „Die Einigung löst keines unserer langfristigen Probleme“, sagte BFAV-Sprecher Wolfgang Bärtl. Die Proteste müssten daher weitergehen.

„Der Kompromiss bleibt hinter den Erwartungen zurück“, sagte Wolfgang Krombholz, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), gegenüber unserer Zeitung. Schließlich hatten die Mediziner ursprünglich 3,5 Milliarden Euro gefordert. Positiv sieht Krombholz allerdings, dass die Leistungen für Psychotherapeuten künftig nicht mehr aus dem Fachärzte-Topf bezahlt würden. Dies entlaste dauerhaft das Budget.

Von den 1,3 Milliarden Euro, die bundesweit 2013 zusätzlich bereitstehen, dürfte aber nur ein Bruchteil in Bayern ankommen. Krombholz sprach von rund 70 Millionen Euro. Der Grund: Im Vergleich der Bundesländer sind die Menschen in Bayern gesünder. Die entsprechende Vergütung fällt daher geringer aus.

Steffen Habit

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