+
Rund die Hälfte der entlassenen Schlecker-Mitarbeiter haben inzwischen wieder einen Job gefunden.

Vermittlung von Schlecker-Mitarbeitern

Agentur wehrt sich gegen Lohndumping-Vorwürfe

Hamburg/Nürnberg - Die Bundesagentur für Arbeit wehrt sich gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit der Weitervermittlung von arbeitslosen Beschäftigten der früheren Drogeriekette Schlecker.

Niedrige Löhne im Handel nehme man nicht „distanzlos hin“. Aber: „Die Vermittler können sich die gutbezahlten Jobs auch nicht backen“, sagte der Arbeitsmarktexperte Martin Dietz vom Nürnberger Forschungsinstitut IAB dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Dem Magazin zufolge wirft die Gewerkschaft Verdi der Bundesagentur vor, „skandalöses Lohndumping im Einzelhandel“ zu unterstützen.

Der Wunsch nach geringen Abstrichen beim Gehalt hat nämlich nach Einschätzung von Arbeitsagenturen die Vermittlung arbeitslos gewordener Schlecker-Mitarbeiter erheblich erschwert, wie aus einer bereits Mitte April präsentierten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

27000 Mitarbeiter verloren ihren Job

Die früheren Schlecker-Mitarbeiter hätten sich auf gesetzliche Regelungen berufen, die Betroffenen zumindest in den ersten Monaten die Ablehnung unzumutbarer Stellen erlaubt, so die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit sind Abschläge beim Lohn von maximal 20 Prozent zumutbar; in den folgenden drei Monaten gelten Jobs mit Lohnabschlägen von bis zu 30 Prozent als akzeptabel. Danach können Arbeitslose eine Stelle nur noch ablehnen, wenn der Lohn niedriger ist als das Arbeitslosengeld. Job-Vermittlern seien dadurch im Fall früherer Schlecker-Beschäftigter häufig die Hände gebunden gewesen.

Wegen der Schlecker-Insolvenz hatten im vergangenen Jahr insgesamt 27 000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. 23 300 von ihnen hatten sich danach arbeitslos gemeldet. Inzwischen habe rund die Hälfte der Schlecker-Arbeitslosen wieder eine neue Stelle gefunden oder sich selbstständig gemacht.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab
In Zukunft werden die Preise für Waren und Dienstleistungen auf den nächsten 5-Cent-Betrag gerundet werden.
Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab
Telekom-Chef: „Kunden sollen nicht mehr ganzen Tag auf Techniker warten“
Wer hat noch nie stunden- und tagelang auf einen Telekom-Techniker gewartet? Der Konzern wird den Service jetzt deutlich verbessern - verspricht Boss Timotheus Höttges.
Telekom-Chef: „Kunden sollen nicht mehr ganzen Tag auf Techniker warten“
Neues Bezahlgefühl: Italien schafft diese Münzen ab
Im Italien-Urlaub müssen sich Deutsche künftig umstellen. Denn das Land wird sehr bald zwei Münzen aus dem Zahlungsverkehr nehmen.
Neues Bezahlgefühl: Italien schafft diese Münzen ab
Deutsche Autobauer fluten nicht amerikanischen Markt
Dem US-Präsidenten fahren in seiner Heimat zu viele deutsche Autos herum - während amerikanische Konzerne in der Bundesrepublik zu wenig vertreten seien. Eine …
Deutsche Autobauer fluten nicht amerikanischen Markt

Kommentare