Agfa: Vom Fotopionier zum Insolvenzfall

- Leverkusen - Der deutsche Fotopionier Agfa blickt auf eine fast 140-jährige Geschichte zurück. Das Unternehmen brachte 1936 den ersten modernen Farbfilm auf den Markt. Die wichtigsten Daten im Zeitablauf:

1867: Zwei Chemiker gründen in Berlin ein Farbenfabrik, aus der sechs Jahre später die Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikationen (Agfa) entsteht.

1894: In Antwerpen gründet der belgische Fotograf Lieven Gevaert die L. Gevaert & Cie. Agfa und Gevaert entwickeln sich in den folgenden Jahren unabhängig voneinander zu bedeutenden Fotounternehmen.

1897: Die Marke Agfa wird als Warenzeichen eingetragen.

1936: Agfa bringt den ersten modernen Farbfilm auf den Markt und wird damit zu einem Pionier der Fotografie.

1952: Agfa wird in Leverkusen neu gegründet und ein Jahr später zur 100-prozentigen Tochterfirma des Bayer-Konzerns.

1964: Die Agfa AG und die Gevaert Photo-Producten N.N. schließen sich zur Agfa-Gevaert-Gruppe zusammen.

1999: Die Bayer-Tochter geht an die Börse; der Chemie- und Pharmakonzern hält nur noch 30 Prozent an Agfa Gevaert. Zwei Jahre später trennt sich Bayer von seinem restlichen Aktienpaket.

2004: Die Agfa Gevaert Holding gibt die traditionsreiche Fotosparte ab. Investoren um den Geschäftsmann Hartmut Emans gehen mit der AgfaPhoto GmbH mit Sitz in Leverkusen an den Start.

Mai 2005: AgfaPhoto stellt nach nur sieben Monaten wegen Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das drei Monate später eröffnet wird.

Oktober 2005: Gespräche mit Kaufinteressenten gestalten sich schwierig. Zunächst steigt der Finanzinvestor Cerberus aus, wenig später erklärt der britische Fotoautomaten-Betreiber Photo-Me wegen ungeklärter Rechte an dem Markennamen die Gespräche für unterbrochen.

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