Agfa: Kaum mehr Hoffnung für die Mitarbeiter

- München/Peiting - Schlechte Aussichten für die Beschäftigten von Agfa-Photo in München und Peiting: Ungeklärte Markenrechte schrecken Investoren ab, die wenigstens einen erheblichen Teil der Arbeitsplätze retten wollten. Die Beschäftigten hängen weiter in der Luft. Der Finanzinvestor Cerberus ist bereits aus den aussichtsreichen Verhandlungen ausgestiegen.

Das war der Retter, auf den die insgesamt 1700 Mitarbeiter von Agfa die größten Hoffnungen setzten. "Cerberus hat ein nachhaltiges Konzept, um mit uns langfristig den Markt zu bearbeiten", sagte der Peitinger Werksleiter Hans-Peter Hauser gegenüber unserer Zeitung.

Jetzt sind die britische Photo-Me-Gruppe und Fuji im Rennen. Beide wollen nur im weit geringeren Umfang Stellen erhalten, als Cerberus es getan hätte. Dabei wäre Fuji die bevorzugte Variante für die bayerischen Standorte. Denn Fuji würde die in Peiting und München angesiedelte Großlaborgeräteproduktion erhalten. Damit wären wenigstens 60 der bislang 460 Arbeitsplätze gesichert.

Dagegen ist das Angebot von Photo-Me lediglich für die Standorte Leverkusen und Vaihingen interessant. Die Briten wollen nämlich die an diesen Standorten angesiedelten Bereiche Fotochemie und Fotopapiere erhalten. Die bayerischen Werke kämen vollständig unter die Räder. Photo-Me unterhält nämlich bereits eine Produktion von Großlaborgeräten in Grenoble (Frankreich).

Der Namensstreit blockiert derzeit ohnehin alle Verhandlungen. Die - nicht insolvente - Agfa-Photo Holding will dafür einen hohen Millionenbetrag. Doch ob sie die Rechte wirklich hat, ist unklar. Gleichzeitig macht die frühere Konzernmutter Agfa Gevaert die Markenrechte geltend. Ohne Einigung in dieser Frage gibt es für Agfa keine Zukunft. Kein Investor werde Interesse an dem Unternehmen ohne Marke haben, sagte Unternehmenssprecher Thomas Schulz.

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