Agfa-Photo: Jede zweite Stelle weg

- Peiting/München/Leverkusen - Bei der bevorstehenden Sanierung der insolventen Agfa-Photo GmbH müssen die Beschäftigten eine bittere Pille schlucken: Um die Existenz des angeschlagenen Unternehmens zu retten und es selbstständig weiterführen zu können, werde jede zweite von derzeit 1750 Stellen gestrichen, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier. Von den 466 Mitarbeitern an den bayerischen Standorten Peiting und München werden voraussichtlich nur noch 250 weiter beschäftigt.

Die betroffenen Arbeitnehmer sollten mit dem Eintritt in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft die Chance erhalten, auf einen neuen Arbeitsplatz vermittelt zu werden. In dieser Gesellschaft, deren Finanzierung gesichert sei, sollen sie ein Jahr betreut werden. Mit dem Betriebsrat sollen Verhandlungen über einen Interessensausgleich und Sozialplan aufgenommen werden, so Geschäftsführer Hans-Gerd Jauch.

Zum 1. August will Andreas Ringstmeier beim Amtsgericht Köln die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Unternehmens vorschlagen. Dabei sollen alle Geschäftsfelder in "angepasster Form" fortgeführt werden. Dabei steht Agfa-Photo bereits mit verschiedenen Investoren in Verbindung, die möglicherweise die Fortführung einzelner Sparten mit noch mehr Mitarbeitern anstrebten. Unter anderem wurde bereits das Peitinger Werk von Interessenten begutachtet.

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