Agfa-Photo ist vorläufig gerettet

- München - Der zahlungsunfähige Film- und Fotopapier-Hersteller Agfa-Photo ist zumindest vorläufig gerettet. Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier gelang es, dem angeschlagenen Unternehmen eine Liquiditätsspritze des früheren Mutterkonzerns Agfa-Gevaert in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro zu sichern, die die Wiederaufnahme der Produktion erlaubt.

"Ziel ist es jetzt, möglichst viele der 1800 Arbeitsplätze in Deutschland auf Dauer zu retten", sagte der Kölner Rechtsanwalt gestern in Düsseldorf. Agfa hat sechs Standorte in Deutschland, darunter München, wo 250 Personen arbeiten, und Peiting (Kreis Weilheim-Schongau), wo 200 Mitarbeiter beschäftigt sind. Es gebe bereits Interessenten, die Teile von Agfa-Photo übernehmen wollten, teilte Ringstmeier weiter mit.<BR><BR>Zur Ursache der überraschenden Insolvenz des weltweit agierenden Unternehmens machte der Rechtsanwalt keine Angaben. Für eine ernsthafte Beschäftigung mit dieser Frage habe er noch keine Zeit gehabt, Vorrang habe derzeit die Zukunftssicherung des Unternehmens, sagte er.<BR><BR>"Mit dieser Zusicherung von Agfa-Gevaert sind wir in der Lage, Lieferungen und Leistungen, die wir künftig in Anspruch nehmen, zu bezahlen. Dies ist unabdingbar, um den Geschäftsbetrieb an unseren Produktionsstandorten und im Vertrieb aufrechtzuerhalten, und erhöht die Chancen auf Fortführung des Unternehmens erheblich", sagte Ringstmeier.<BR><BR>Gleichzeitig wurde vom Agfa-Photo-Aufsichtsrat der Insolvenzspezialist Hans-Gerd Jauch zum zusätzlichen Geschäftsführer berufen. Er soll ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung mit dem Ziel einer Sanierung von Agfa-Photo ermöglichen.<BR><BR>Die Zeit für die Rettung des Unternehmens ist allerdings knapp. Zwar ist inzwischen die Bezahlung der 1800 Beschäftigten für die drei Monate von Mai bis Juli durch das Insolvenzgeld des Arbeitsamtes gesichert. Doch ab Anfang August müsse das Unternehmen wieder so solide aufgestellt sein, dass es Löhne und Gehälter aus eigener Tasche zahlen könne, sagte Insolvenzverwalter Ringstmeier.<BR><BR>

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