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Bundesverbraucherminister Ilse Aigner (CSU) will die Bürger über das Mindesthaltbarkeitsdatum aufklären.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Aigner startet Kampagne

Berlin - Tonnenweise Lebensmittel landen in Deutschland im Müll. Dabei wäre vieles davon noch gut. Das liegt auch an mangelndem Wissen über das Mindesthaltbarkeitsdatum: Jetzt sollen Kunden mehr Infos bekommen.

Um die massenhafte Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen, sollen Kunden genauer über das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Packungen Bescheid wissen. Dieser Aufdruck sei „kein Wegwerfdatum, sondern eine Orientierungshilfe“, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zum Start einer bundesweiten Aufklärungsaktion mit dem Handel am Montag. In der Regel sei ein Produkt auch nach Ablauf des aufgedruckten Datums noch mehrere Tage bestens genießbar. Damit dies bekannter wird, sollen jetzt rund vier Millionen Flugblätter und Info-Karten in 21 000 deutschen Supermärkten verteilt werden.

Laut einer Studie des Ministeriums wirft jeder Bundesbürger im Schnitt knapp 82 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg, davon wären aber 53 Kilo noch genießbar. Aus den privaten Haushalten stammen demnach 6,7 Millionen von insgesamt 11 Millionen Tonnen Nahrung, die hierzulande jährlich im Müll landen. Als einer der Gründe gilt, dass viele Kunden das Mindesthaltbarkeitsdatum missverstehen.

Die Aktion erreiche mehr als die Hälfte der Lebensmittelgeschäfte in Deutschland, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels, Friedhelm Dornseifer. Die Branche hoffe, „dass künftig mehr Produkte auf dem Teller statt in der Tonne landen“.

Die Grünen im Bundestag kritisierten, die Aktion greife zu kurz: „Der weitaus größte Anteil der weggeworfenen Lebensmittel sind Obst und Gemüse, bei denen es gar kein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt“, sagte Verbraucherpolitikerin Nicole Maisch.

Das Informationsmaterial soll häufig gestellte Fragen zum Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) beantworten. Aigner sagte, wenn der aufgedruckte Tag erreicht oder überschritten sei, sollten die Kunden „sehen, riechen und probieren“. Dies gebe in den meisten Fällen schnell Aufschluss, ob ein Lebensmittel noch genießbar sei. Das MHD ist nicht mit dem Verbrauchsdatum für leicht verderbliche Ware wie Hackfleisch zu verwechseln: Danach darf ein Produkt nicht mehr verspeist werden.

Laut einer Umfrage im Auftrag des Ministeriums sind viele Bürger inzwischen stärker sensibilisiert. Demnach haben 81 Prozent der Befragten von der Diskussion über das MHD gehört. 19 Prozent davon haben nach eigenen Angaben etwas am Umgang mit Lebensmitteln geändert.

dpa

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