+
Ein Zünder für Airbags in der Takata Ignition Systems GmbH in Schönebeck (Sachsen-Anhalt). Foto: Jens Wolf

Airbag-Debakel: Takata sucht Investoren

Die defekten Airbags des japanischen Zulieferers Takata halten die Auto-Industrie weiter in Atem. Das Unternehmen selbst geht derweil auf die Suche nach Geldgebern. Angeblich soll ein bekannter Finanzinvestor aus den USA an einer Beteiligung interessiert sein.

Tokio/New York (dpa) - Der angeschlagene japanische Autozulieferer Takata sucht nach Wegen aus dem Airbag-Debakel.

Das Unternehmen hat laut einer Mitteilung von Donnerstag die US-Investmentbank Lazard beauftragt, nach neuen Geldgebern Ausschau zu halten. Der japanischen Zeitung "Nikkei" zufolge hat sich der Finanzinvestor KKR bereits als Partner angeboten. Die Amerikaner wollten sich mit rund 60 Prozent beteiligen und so die Kontrolle übernehmen, berichtete das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise.

Damit würde KKR das Ruder von der Gründerfamilie und damit die Führungsrolle bei der Sanierung des Unternehmens übernehmen. Sprecher von Takata und KKR erklärten auf Nachfrage, es handele sich um "Marktspekulationen", die man nicht kommentiere. An der Börse kamen die Neuigkeiten dennoch gut an - der Kurs der Takata-Aktie stieg zwischenzeitlich um gut 20 Prozent.

Takata steckt tief in der Krise. Bei manchen Airbags des Zulieferers besteht die Gefahr, das sie zu kräftig auslösen und lebensgefährliche Splitter durch den Innenraum des Fahrzeugs geschleudert werden. Das Problem wird weltweit mit mindestens 13 Todesfällen und Dutzenden Verletzungen in Zusammenhang gebracht, die meisten davon in den USA. Aus der Produktion der Japaner stammt etwa jeder fünfte Airbag weltweit.

In den USA ordnete die Verkehrsaufsicht wegen des Airbag-Debakels die größte Rückrufaktion der Unternehmensgeschichte an - fast 70 Millionen Airbags sollen bis Ende 2019 repariert werden. Betroffen sind diverse Hersteller, darunter auch deutsche Autobauer wie Daimler oder BMW. Takata versicherte am Donnerstag, eng mit den US-Behörden zusammenzuarbeiten. 2015 war dem Unternehmen wegen mangelnder Kooperation eine Strafe von 70 Millionen Dollar aufgebrummt worden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trotz unerwartet starken Jahresstarts: US-Wirtschaft schwächelt
Deutlich besser ausgefallen als angenommen ist das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten unter Führung Trumps. Dennoch hat sie an Schwung verloren.
Trotz unerwartet starken Jahresstarts: US-Wirtschaft schwächelt
Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Freitag mit leichten Verlusten ins Wochenende verabschiedet. Gute Wachstumszahlen aus der US-Wirtschaft halfen ihm, sein Minus …
Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Vanille ist die Lieblings-Eissorte der Deutschen. Bald könnten den Eisjüngern aber schmerzhafte Veränderungen ins Haus stehen.
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA
Auf dem G7-Gipfel kritisierte Donald Trump scharf den deutschen Handelsüberschuss gegenüber der USA. Jetzt reagiert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln mit einer …
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA

Kommentare