Airbus A380: Flügel bereits überarbeitet

- Singapur - Der Airbus-Mutterkonzern EADS erwartet einen steigenden Absatz des weltgrößten Passagierflugzeuges A380, sobald der Jet Ende des Jahres den Linienbetrieb aufgenommen hat. "Bei neuen Flugzeugprogrammen wollen Fluggesellschaften, die nicht von Anfang an dabei sind, erst die Leistung im Betrieb sehen", sagte EADS-Co-Vorstandsvorsitzender Tom Enders im Vorfeld der Messe Asian Aerospace.

Nach dem Riss in einer A380-Tragfläche bei einem Belastungstest in der vorigen Woche befürchtet der Flugzeughersteller keine Verzögerungen. Auch bei der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA hieß es, trotz des fehlgeschlagenen Härtetests für eine Tragfläche bleibe es bei dem zeitlichen Ziel einer Zulassung bis Ende 2006.

Der Jet-Flügel müsse den vereinbarten Belastungswert auf jeden Fall einhalten, sagte EASA-Sprecher Daniel Höltgen. "Man kann diesen Wert erreichen, indem man Konstruktionsänderungen vornimmt."

Airbus hat nach Angaben von Sprecherin Barbara Kracht bereits in den vergangenen Monaten die Tragflächen überarbeitet. "Flügel, die heute gebaut werden, sind nicht identisch mit denen der Bruchzelle", sagte sie in Singapur. Bei der Bruchzelle handelt es sich um ein Exemplar des A380, das nach Angaben von Kracht vor mehr als eineinhalb Jahren gebaut wurde.

Seitdem seien zahlreiche Test- und Messergebnisse in die Konstruktion und den Beginn der Serienproduktion eingeflossen. Ein neuer Test ist nach Einschätzung von Airbus nicht notwendig, da die Messwerte bis zum Bruch genau den zuvor berechneten Werten entsprochen hätten.

Der Testfehlschlag sollte nicht überbewertet werden, betonte auch EASA-Sprecher Höltgen. "Wir müssen uns jetzt mit Airbus zusammensetzen und schauen, wie wir weiter vorgehen." Die EASA stehe bei dem Zulassungsverfahren in Kontakt und Abstimmung mit der US-Behörde FAA (Federal Aviation Administration). Angestrebt wird eine zeitgleiche Zulassung des Flugzeugs in Europa und in den USA.

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