Airbus: Belegschaft zu Einschnitten bereit

- Hamburg -Die Belegschaft von Airbus Deutschland ist zu einem Beitrag zur Überwindung der Misere um das Großraumflugzeug A380 bereit. Der Gesamtbetriebsrat nannte als Beispiel die Bereitschaft der Mitarbeiter zu flexiblen Arbeitszeiten. Eine am Freitag von Geschäftsführung und Arbeitnehmerseite eingesetzte Steuerungsgruppe soll Möglichkeiten dazu prüfen.

Das teilte Betriebsratsvorsitzender Rüdiger Lütjen nach einem Treffen aller Betriebsräte und der IG Metall in Hamburg mit. Unterdessen drängt die französische Regierung Airbus zu einem Ausbau der Flugzeugproduktion in Toulouse und den anderen drei Standorten im Land trotz der Krise.

Er habe Airbus-Chef Christian Streiff deutlich gemacht, dass der geplante mittelgroße A350 in Toulouse gebaut werden müsse, sagte Philippe Douste-Blazy, Außenminister und Präsident des Großraums Grand Toulouse, am Freitag. Die deutschen Betriebsräte erklärten, eine Durststrecke könne durch die Anwendung des Programmes "Sicherheit durch Flexibilität" überbrückt werden.

In dieser Vereinbarung von 2003 erklärten sich die Arbeitnehmer bereit, bei geringer Auslastung weniger zu arbeiten. Im Gegenzug schloss das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen bis 2012 aus. Die aktuelle Misere sei jedoch durch Managementfehler entstanden und erfordere zunächst eine ausführliche Analyse, sagte Lütjen.

"Wenn wir einen Beitrag liefern, muss das auch das Management." Bedingung für die Bereitschaft zu einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten sei der Erhalt aller Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland. Der Airbus-Mutterkonzern EADS hatte am Dienstag ein drastisches Sparprogramm von fünf Milliarden Euro bis 2010 beschlossen, das nur mit einem Arbeitsplatzabbau zu erreichen ist. Hintergrund sind große Probleme beim Bau des A380, die Airbus nicht in den Griff bekommt. Unterdessen erklärte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung, dass die Lieferverzögerungen beim A380 nicht auf das militärische Airbus-Programm übergreifen werden.

Man erwarte, dass der Zeitplan für den A400M eingehalten werde. Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat derweil wegen der neuerlichen Verzögerung beim Airbus A380 die Zulieferung zum Superjumbo ausgesetzt. Die Entwicklung des Motors vom Typ Trent 900 für den A380 werde aber fortgesetzt.

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