Airbus droht Verlust eines Milliardenauftrags

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Paris/Seattle (dpa) - Dem Flugzeugbauer Airbus droht der Verlust eines Milliardenauftrages der angeschlagenen US-Gesellschaft United Airlines über 42 Flugzeuge.

Der Lufthansa-Partner kann die Order für 2,2 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) wegen seiner Krise nach eigenen Angaben wohl nicht aufrechterhalten. US-Konkurrent Boeing muss unterdessen erstmals eine Abbestellung für sein mehrfach verschobenes Langstreckenflugzeug 787 Dreamliner hinnehmen. Wegen der Verzögerung kündigte Aserbaidschan Airlines den Auftrag für eine der Maschinen und bestellte stattdessen eine Boeing 767. Im laufenden Jahr hat Airbus bei Aufträgen für Verkehrsflugzeuge bislang die Nase deutlich vorn.

Unterdessen kämpfen beide Hersteller einem Zeitungsbericht zufolge bei bereits bestehenden Modellen mit Zulieferproblemen und einer dadurch langsameren Produktion. Standard-Komponenten wie Sitze, Toiletten und Bordküchen seien knapp oder kämen nicht rechtzeitig, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf Manager bei Airbus und Boeing. Dies könnte auch zu Belastungen beim Gewinn führen.

Das neue Prestigeprojekt Dreamliner war Boeing ebenfalls wegen Zulieferproblemen massiv aus dem Ruder gelaufen. Hier ging es aber um hochkomplexe Bauteile. Nun soll die Boeing 787 im vierten Quartal dieses Jahres erstmals fliegen. Die erste Maschine soll im dritten Quartal 2009 an die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) übergeben werden statt wie zunächst geplant im vergangenen Mai. Die Boeing 787 ist trotz der Probleme das erfolgreichste Flugzeug der Konzerngeschichte mit bisher rund 900 Bestellungen von 58 Kunden. Aserbaidschan Airlines halte trotz der einen Umbestellung an der Order zweier weiterer Dreamliner fest, betonte Boeing in Seattle (US-Bundesstaat Washington).

Airbus würde im Fall der Abbestellung durch United Airlines zumindest eine bereits geleistete Anzahlung von 91 Millionen Dollar behalten können. Dies teilte die Fluggesellschaft der US- Börsenaufsicht SEC mit. Hintergrund des Rückziehers ist die Krise in der US-Luftfahrtbranche. United fliegt derzeit wie alle großen US- Wettbewerber in den roten Zahlen. Der Konzern streicht derzeit seinen Flugplan zusammen und will bis nächstes Jahr 7000 seiner rund 55 000 Arbeitsplätze abbauen sowie 100 Flugzeuge stilllegen.

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