Airbus gibt Verzögerung bei A400 bekannt

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München (dpa) - Kurz nach der verspäteten Erstauslieferung des mit vielen Problemen kämpfenden Großraumfliegers A380 kommt der Flugzeughersteller Airbus bei einem weiteren Projekt in Verzug.

Wegen Verzögerungen bei der Triebwerks- und Systementwicklung verschob das Unternehmen am Mittwoch die Auslieferung seines militärischen Transportflugzeugs A400M um mindestens sechs Monate. Statt wie bisher geplant Ende 2009 werde die erste Maschine frühestens im April 2010 ausgeliefert, sagte ein Sprecher der Airbus-Mutter EADS auf Anfrage. Es könne aber durchaus noch zu weiteren Verschiebungen von bis zu einem halben Jahr kommen.

Als Gründe für den neuen Zeitplan nannte EADS die langsame Triebwerksentwicklung, Verzögerungen in der Systementwicklung sowie ein ausgedehntes Testflugprogramm. Zu den finanziellen Konsequenzen wurden noch keine Angaben gemacht. Derzeit würden die Auswirkungen noch bewertet, hieß es zur Begründung. Mit Einzelheiten sei bei Veröffentlichung der Neunmonatszahlen am 8. November zu rechnen. Auf das Unternehmen dürften aber die in der Branche üblichen Strafzahlungen bei Verspätungen zukommen. Die ersten Maschinen des A400M sollten Ende 2009 an die französische Luftwaffe gehen.

Bereits Ende Juli hatte EADS gewarnt, dass das A400M-Programm "bedeutenden Risiken hinsichtlich des Gesamtzeitplans" ausgesetzt sei. Die Systemzulieferer stünden weiterhin vor Herausforderungen, die späte Design-Anpassungen notwendig machen könnten. Der Münchner Triebswerkshersteller MTU, der mit knapp einem Viertel (22 Prozent) an dem internationalen Konsortium beteiligt ist, das mit der Entwicklung der Turboprop-Motoren für den A400M betraut ist, wollte sich auf Anfrage nicht zu den Problemen äußern. Ein Sprecher sagte lediglich, zunächst werde nicht mit weiteren finanziellen Belastungen gerechnet.

Ende vergangenen Jahres habe MTU bereits Rückstellungen in Höhe von 24 Millionen Euro für den Fall von Verzögerungen gebildet. Weitere Vorsorgemaßnahmen seien derzeit nicht geplant. Neben MTU gehören der Europrop International GmbH (EPI) die spanische ITP, Rolls-Royce Großbritannien) und Snecma (Frankreich) an.

Der erste A400M wird derzeit in der neuen Endmontagelinie im spanischen Sevilla fertig gestellt und soll im Sommer 2008 seinen Erstflug absolvieren. Sektionen weiterer Flugzeuge, die die Testflotte verstärken werden, sind bereits in der Produktion. Mit bis zu 37 Tonnen Frachtvolumen gilt die A400M als Zwischengröße bei militärischen Transportern. Der Verbrauch soll um rund 20 Prozent unter dem vergleichbarer Maschinen liegen.

Außerdem soll der neue Transporter auch auf deutlich kleineren und schlechteren Bahnen landen können. Bisher (Stand Ende Juni) liegen 192 Bestellungen vor. Neben den europäischen Auftraggebern wie Deutschland oder Frankreich gelten aber auch andere Länder wie die USA als interessiert.

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