Airbus holt in China Milliarden-Auftrag

- Peking -­ Airbus erhält aus China ein Riesenauftragspaket für 150 Jets des Typs A320 und baut dort ein neues Flugzeugwerk. Auch der US-Billigflieger Skybus kauft groß bei dem angeschlagenen europäischen Flugzeughersteller ein und orderte 65 Flugzeuge des Typs A319, die in Hamburg gebaut werden. Der Auftrag aus Peking ist nach Listenpreis fast 10 Milliarden Dollar schwer. Das Endmontagewerk soll in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin bis 2009 entstehen und wird das dritte des europäischen Flugzeugbauers neben Toulouse und Hamburg.

China erteilte zudem eine Absichtserklärung für den Kauf von 20 Maschinen des geplanten Langstreckenfliegers A350.

Airbus steckt in einer tiefen Krise wegen der Lieferverzögerungen beim weltgrößten Passagierflugzeug A380. Deshalb wurde bislang noch keine endgültige Entscheidung über den Bau des Airbus A350 getroffen.

Die Verträge wurden mit dem Unternehmen China Aviation Supplies Import and Export Group Corporation (CASGC) nach dem Zusammentreffen des französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao in Pekings "Großer Halle des Volkes" unterzeichnet. Der Gesamtwert der Abschlüsse wurde nicht mitgeteilt. China und Frankreich haben während des Chirac-Besuchs insgesamt 14 Vereinbarungen unterschrieben, darunter auch über Zusammenarbeit in der Nukleartechnik.

Die 150 A320-Passagierjets sollen zwischen 2009 und 2012 produziert und ausgeliefert werden, sagte Airbus-Chef Louis Gallois. Ein erheblicher Anteil der 150 Maschinen solle in dem neuen Endmontagewerk produziert werden.

Die IG Metall Küste hofft wegen der China-Verträge für Airbus auf neue Arbeitsplätze in Europa. Das neue Werk gehöre zur Wachstumsstrategie des Konzerns. "Teile der Wertschöpfung entfallen auch auf Werke und Zulieferer hier", sagte IG-Metall-Sprecher Daniel Friedrich. Er warnte aber davor, zu viel technisches Know-how nach China zu transferieren. Dann könnten auch Arbeitsplätze in Europa gefährdet werden.

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