Airbus-Mitarbeiter demonstrieren für Varel und Nordenham

Varel/Nordenham - Mehr als 2.000 Beschäftigte haben am Donnerstag in den niedersächsischen Airbus-Standorten Varel und Nordenham für den Verbleib ihrer Werke im Airbuskonzern demonstriert.

Während der Protestzüge von den Werkstoren vor die Rathäuser ruhte an beiden Standorten die Arbeit. Sie sollte bis zum Abend nicht wieder aufgenommen werden. An den Aktionen beteiligten sich auch Airbusmitarbeiter aus Stade, Buxtehude, Bremen und Hamburg. "Unser Kampf gilt dem Erhalt aller Airbuswerke", sagte der Landrat des Kreises Wesermarsch, Michael Höbrink, in Nordenham. Er habe nach einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nun eine Einladung ins Kanzleramt erhalten.

Auf der Kundgebung im niedersächsischen Varel sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, "wir werden nicht akzeptieren, dass das Airbus-Management sich aus der Verantwortung für die Standorte und die Regionen flüchtet". Angesichts der hervorragenden Auftragslage müssten Personalabbau und Standortverkäufe vom Tisch.

Bei Beschäftigten und Gewerkschaftsvertretern in Nordenham hieß es: "Wir streiken für unsere Zukunft." Die Arbeitsplätze und auch die Arbeitsstandards müssten gesichert werden. Der Betriebsratsvorsitzende von Nordenham, Michael Eilers, gab erneut dem Management des Airbus-Mutterkonzerns EADS die Schuld an der derzeitigen Situation. "Sie fahren Airbus in die Grütze", sagte er. Andere Betriebsräte forderten von der Bundeskanzlerin, Airbus zur Chefsache zu machen.

Auch am Standort Laupheim in Baden-Württemberg wurde demonstriert. Airbus will sich von den Werken Varel, Nordenham und Laupheim trennen.

Airbus will im Rahmen des milliardenschweren Sparprogramms Power8 in Europa mehrere Werke verkaufen und 10.000 Stellen streichen. Falls der Verkauf der deutschen Werke nicht zu verhindern ist, setzen sich die deutschen Airbus-Betriebsräte für eine nationale Lösung ein. "Es ist nicht die Eigentümerstruktur, die uns umtreibt, sondern die Zukunftssicherung der Airbus-Standorte", hatte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Airbus Deutschland, Rüdiger Lütjen, am Mittwoch gesagt.

Inzwischen sollen mehr als ein Dutzend Unternehmen Interesse an den Werken angemeldet haben. Dazu zählen Diehl (Nürnberg), EDAG (Hamburg), Kaefer (Bremen), die frühere Boeing-Tochter Spirit Aerospace und MT Aerospace (Augsburg).

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