Airbus: Obstbauer macht den Weg für bis zu 4000 Arbeitsplätze frei

- Hamburg - Der Obstbauer Cord Quast hat dem Hamburger Senat und dem Weltunternehmen Airbus die letzten Sorgen genommen. Quast habe heftig mit sich gerungen, berichtet sein Anwalt Michael Günther, ehe er sich zum Verkauf seiner Grundstücke entschied.

<P>Nun ist nach Einschätzung des Unternehmens die Entwicklung des deutschen Airbus-Werkes Finkenwerder sichergestellt. Die Landebahn kann um 589 Meter verlängert werden und Airbus wird ein Auslieferungszentrum für das Großraum-Flugzeug A380 bauen, das nach Gutachten bis zu 4000 neue Arbeitsplätze bringt.<BR><BR>Dem Obstbauern aus dem Alten Land südlich der Elbe ging es nicht um Geld. Zwar dürfte Quast mehr als zwei Millionen Euro einstreichen und bekommt Ersatzflächen für seinen Betrieb, mehr noch aber habe ihn die Zukunft seines Dorfes umgetrieben. Und da hat Quast viel herausgeholt.<BR><BR>Die lange Liste der Zugeständnisse reicht von einem Verzicht auf weitere Startbahn-Verlängerungen über Regelungen zu Lärmschutz und Deichbau bis hin zu Festlegungen über die Pachtverträge der Obstbauern.<BR><BR>"Cord Quast hat für die Menschen in Neuenfelde erreicht, was mit einer bloßen Verweigerungshaltung nicht hätte erreicht werden können", stellte der Hamburger Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) fest.<BR><BR>Nach wie vor fehlen aber zwei Grundstücke, um die Startbahn so zu bauen, wie es im Planverfahren festgelegt ist. Der Trick des Senats: Er knappst einfach am Rande der Startbahn ein paar Ecken ab, unterschreitet dabei vorgeschriebene Sicherheitsabstände und behebt diesen Mangel durch eine Sondergenehmigung des Verkehrsministeriums.<BR><BR>Dennoch steht der freiwillige Verkauf der beiden restlichen Grundstücke an der Airbus-Piste für den Senat an erster Stelle der Wunschliste. Es wäre sowohl für das Unternehmen wie für die öffentliche Hand die schnellste und billigste Lösung. Auch Airbus-Chef Gerhard Puttfarcken hat noch ein Lockmittel in der Hand: "Wenn der Kauf gelingt, stehen wir zu unserer Zusage, für das Dorf Neuenfelde einen Fonds mit drei Millionen Euro einzurichten."<BR><BR>Und damit wächst der Druck auf die Kirchengemeinde Neuenfelde und die nordelbische Kirche insgesamt, die der Airbus-Konflikt in eine tiefe Krise gestürzt hat. "Jetzt lässt sich die Startbahn nicht mehr verhindern, sondern nur noch verzögern und verteuern", sagte Uldall. "Das wäre reine Obstruktion."</P><P> </P><P><BR> </P>

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