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Airbus-Probleme bescheren EADS Gewinneinbruch - A400M verspätet sich

München/Amsterdam - Die Probleme bei der Flugzeugtochter Airbus haben dem europäischen Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS im ersten Halbjahr einen drastischen Gewinneinbruch beschert. Unter dem Strich schmolz das Konzernergebnis von gut einer Milliarde Euro im Vorjahreszeitraum auf 71 Millionen Euro zusammen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Amsterdam mitteilte.

Belastend wirkten dabei vor allem die hohen Kosten zur Behebung der Probleme beim Prestigeprojekt A380 sowie hohe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen für das neue Langstreckenflugzeug A350. Die Ergebnisse zeigten die Notwendigkeit für die Sanierung, räumte das Unternehmen ein. Deshalb werde mit Hochdruck an der Umsetzung des Sparprogramms Power8 gearbeitet, das bereits in allen Bereichen angelaufen sei.

Beim militärischen Transportflugzeug A400M steuert der Konzern derweil auf neue Probleme zu. Der Erstflug des A400M müsse von April auf Sommer 2008 verschoben werden muss, erklärte das Unternehmen. Probleme gibt es dem Vernehmen nach vor allem noch bei der Aufhängung der Triebwerke. Der Konzern sprach von "bedeutenden Risiken hinsichtlich des Gesamtzeitplans". Derzeit ließen sich weder die Kosten noch die genauen Verzögerungen endgültig absehen, sagte EADS-Finanzvorstand Hans Peter Ring. Das neue Management von Airbus Military und des A400M-Programms arbeite an dem Thema, vorrangig handele es sich aber um Zulieferer-Probleme.

Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine Prognosen. Der Umsatz von 39,4 Milliarden Euro im Vorjahr werde 2007 voraussichtlich um einen niedrigen einstelligen Prozentwert fallen. Diese Prognose beruhe auf einem angenommenen Wechselkurs von 1,35 US-Dollar je Euro, hieß es. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Goodwill-Abschreibungen und außerordentlichen Posten, das EADS als EBIT ausweist, dürfte im Gesamtjahr weitgehend stabil bleiben bei einer Annahme von 440 bis 450 Flugzeugauslieferungen bei Airbus.

Im vergangenen Jahr hatte der EADS-Konzern operativ knapp 400 Millionen Euro verdient. In den ersten sechs Monaten ging das EBIT des Konzerns von 1,65 Milliarden auf 367 Millionen Euro zurück. Beim Umsatz bekam EADS unter anderem den schwachen US-Dollar zu spüren. Die Erlöse verringerten sich so um drei Prozent auf 18,5 Milliarden Euro. Airbus als Hauptumsatzträger des Konzerns kam in den ersten sechs Monaten nur noch auf ein EBIT von 19 Millionen Euro, nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. "Im Ergebnis von Airbus spiegeln sich erneut die bekannten Herausforderungen wider, doch das rege Geschäft und die jüngsten Aufträge zeigen, wie wettbewerbsfähig unsere Produktpalette ist", erklärten Thomas Enders und Louis Gallois, die derzeit noch als Co-Chefs amtieren.

Nach 219 Flugzeugen im Vorjahreszeitraum lieferte Airbus in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 231 Flugzeuge aus. Für einen Schub bei den Flugzeugbestellungen sorgte die Luftfahrtschau in Paris. Bis Ende Juni kam Airbus brutto auf 680 Flugzeug-Bestellungen. Der Auftragseingang sprang im ersten Halbjahr auf 60,4 Milliarden Euro nach 7,9 Milliarden Euro in der Vorjahreshälfte, wobei die Listenpreise bei den Flugzeugbestellungen zugrunde gelegt wurden. Der Auftragspolster bei Airbus summierte sich per Ende Juni auf fast 252 Milliarden Euro (plus 20 Prozent).

In der EADS-Hubschraubersparte Eurocopter führten Kostenanpassungen ebenfalls zu einem kräftigen EBIT-Rückgang um 60 Prozent auf 35 Millionen Euro. Für die Verteidigungs- und Sicherheitssparte begründete der Konzern das Minus beim EBIT um gut ein Viertel auf 77 Millionen Euro mit einem Einmaleffekt im Vorjahreszeitraum. Steigern konnte EADS das EBIT einzig in der Raumfahrtsparte Astrium. Nach der geplanten Abschaffung der EADS-Doppelspitze soll Enders die Flugzeugtochter Airbus alleine lenken und Gallois alleiniger EADS-Chef werden. Die neue Führungsstruktur sorge für eine Stärkung des Managements und mehr Effizienz, sagte Ring.

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