+
Airbus-Werk in Toulouse.

Stellenabbau bestätigt

Airbus streicht über 1100 Jobs - viele davon in Ottobrunn

Toulouse - Airbus-Chef Tom Enders baut seinen riesigen Konzern um. Über einen Stellenabbau wird schon länger gesprochen - nun wird er bestätigt. Auch Deutschland ist betroffen.

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus streicht 1164 Stellen. Davon entfallen 429 auf Deutschland, vor allem am Standort Ottobrunn bei München, wie ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag in Toulouse sagte.

Airbus-Chef Tom Enders hatte bereits Ende September angekündigt, das Management des Konzerns zu straffen. Im Kern geht es darum, das Management der bisher in einer Tochtergesellschaft geführten Passagierjet-Sparte mit der Leitung des Dachkonzerns zusammenzubringen. Enders will damit den Konzern beweglicher machen. Das Unternehmen beschäftigt gut 136 000 Mitarbeiter.

Jobs in Verwaltung und Forschung in Gefahr

„Mit der Fusion wird das Unternehmen seinen Hauptsitz endgültig von Paris und München nach Toulouse verlegen und damit 325 Stellen verlagern“, berichtete das Unternehmen. Auf Paris und München entfalle jeweils die Hälfte der verlagerten Stellen, ergänzte der Sprecher. Die verlagerten Stellen zählten nicht beim Stellenabbau.

Eine Einigung mit den Sozialpartnern über den Stellenabbau soll es bis Mitte kommenden Jahres geben. Gewerkschaften hatten in Frankreich bereits vor rund einer Woche darüber berichtet, dass bei dem Konzern über 1000 Stellen zur Disposition stehen.

In Frankreich sind beim Abbau rund 640 Stellen betroffen. Der Standort Suresnes bei Paris soll aufgelöst werden. In Spanien geht es um 39 Stellen, in Großbritannien um 54. Nähere Angaben zu den Standorten, die in Deutschland außer Ottobrunn betroffen sind, machte der Sprecher nicht. Die Verhandlungen mit den Sozialpartnern liefen. Insgesamt gehe es um Jobs in der Verwaltung und der Forschung, nicht in der Produktion.

Triebwerk-Desaster hängt Konzern nach

Enders erklärte, Airbus werde aus der Integration gestärkter hervorgehen. „Mit diesen schlankeren Strukturen werden wir die Leistung und Teamarbeit im Unternehmen weiter verbessern.“ Die Konzernzentrale des früheren deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmens war bereits vor drei Jahren nach Toulouse verlagert worden, wo auch die Flugzeugsparte sitzt.

Nach dem Triebwerk-Desaster beim Militärtransporter A400M und Produktionsproblemen beim neuen Langstreckenjet A350 steht das Unternehmen unter Druck. Hinzu kommt die schleppende Nachfrage beim Großraum-Jet A380. Zugleich kann der Konzern aber prall gefüllte Auftragsbücher für kleinere Passagierjets vorweisen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Trend geht zur Shitstorm-Versicherung für Unternehmen
Ein Skandal kann den Ruf eines Unternehmens ruinieren - und im Extremfall die Existenz kosten. Die Angst vor dem Shitstorm steigt in den Chefetagen weltweit. Doch wo ein …
Der Trend geht zur Shitstorm-Versicherung für Unternehmen
BMW warnt eindringlich vor Brexit-Folgen
Im nächsten Frühjahr will Großbritannien die EU verlassen. Doch die Verhandlungen zwischen London und Brüssel sind zäh. Viele Unternehmen wissen nicht, was auf sie …
BMW warnt eindringlich vor Brexit-Folgen
VW-Aufsichtsrat Weil: So lange wird die Diesel-Krise noch dauern
Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsratsmitglied Stephan Weil (SPD) rechnet damit, dass Volkswagen noch lange mit dem Abgas-Skandal zu tun haben wird.
VW-Aufsichtsrat Weil: So lange wird die Diesel-Krise noch dauern
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland
Verbraucherschützer warnen: Salmonellen-Alarm bei Aldi, Penny und Kaufland und Co.! Welche Märkte und welche Produkte betroffen sind, erfahren Sie hier.
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.