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Airbus will profitabler werden. Das dürfte sich auch am Standort Toulouse auswirken (im Bild ein im Bau befindlicher A350 XWB). Weniger Menschen sollen mehr Flugzeuge bauen, so die Marschrichtung des Managements.

Luftfahrt

Airbus will nicht mehr draufzahlen

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London - Der Auftragsbestand von Airbus hat 2015 erstmals in der Geschichte die Grenze von einer Billion Euro durchstoßen. Dennoch ist der Konzern mit seiner Prognose fürs laufende Jahr zurückhaltend.

Diplomatische Formulierungen gehören nicht zu den Gaben, die Thomas Enders in die Wiege gelegt wurden. So machte der Airbus-Chef gestern bei der Bilanzvorlage in London unverblümt klar, dass der immer noch teilstaatliche Luft- und Raumfahrtkonzern arbeitsmarktpolitische Wunschzettel der Politik links liegen lässt. „Es ist nicht unser Ziel, möglichst viele Menschen zu beschäftigten“, erwiderte er auf eine entsprechende Frage. Man wolle profitabel sein und auch künftig attraktive Fluggeräte anbieten. Und weniger Menschen sollen mehr davon bauen. „Das nennt sich Produktivität“, sagte Enders.

Wenn Aufträge fehlen, dann fallen auch Jobs weg. Und außerdem habe der Konzern seit 2009 immerhin 50 000 Menschen eingestellt – die meisten allerdings, um ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen. Die Mitarbeiterzahl sank im vergangenen Jahr von 138 622 auf 136 574. In Bayern schuf Enders hier bereits in der Vergangenheit Fakten, als er die Stellen im Bereich Militärflugzeuge, der in Manching angesiedelt ist, wegen ausbleibender Aufträge und schlechter Perspektiven drastisch zurückfuhr. Die Konzentration auf Profitabilität könnte künftig auch am Konzernsitz in Toulouse Arbeitsplätze kosten, wo lange Zeit der französische Staat den Ton angab. Enders, der stolz verkündete, dass der Konzern 2015 erstmals bei der Produktion seines Flaggschiffs A380 nicht mehr draufgezahlt hat, will das auch künftig nicht mehr tun. Selbst wenn die Stückzahlen zurückgehen – wovon man angesichts nur spärlicher Neubestellungen ausgehen muss – soll die Fertigung des größten Passagierflugzeugs der Welt profitabel bleiben. Das geht nur, wenn weniger Menschen damit beschäftigt werden. Dagegen wird die Produktion des schon mehrfach totgesagten A330 wieder – auch in Toulouse – von sechs auf sieben Flugzeuge hochgefahren.

Beim nach wie vor größten Sorgenkind des Konzerns, dem Militärtransporter A400M, sieht Enders zumindest Licht am Ende des Tunnels. Mehr als 20 der wuchtigen Flugzeuge sollen 2016 gebaut werden – nach 15 im vergangenen Jahr. Es sei das beste Transportflugzeug der Welt, bekräftigte Enders und konstatiert deutliche Verbesserungen bei der nur schleppend angelaufenen Produktion. Um 290 Millionen Euro drückten die Belastungen durch den A400M das Konzernergebnis.

Noch teurer war für Airbus der schwächelnde Euro, der europäischen Unternehmen eher helfen sollte. „Solide“ nannte Endes die Zahlen für 2015. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 64,5 Milliarden Euro. Vor Steuern und Zinsen blieben 4,1 Milliarden (plus zwei Prozent) und unter dem Strich 2,7 Milliarden Euro. Von 3,43 Euro Gewinn pro Aktie sollen 1,30 als Dividende ausgeschüttet werden. Obwohl der Auftragsbestand von 1006 Milliarden Euro erstmals die Billionengrenze überschritt, war der Ausblick auf 2016 eher verhalten: Mehr Auslieferungen prognostizierte Enders und einen nur stabilen Gewinn.

Der günstige Ölpreis, der die Luftfahrt ja eigentlich beflügelt, hat auf Airbus auch entgegengesetzte Auswirkungen. So bleiben Aufträge von Ölförder-Unternehmen für neue Hubschrauber aus. Der Auftragsbestand von Airbus Helicopters sank um vier Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Allerdings sind bei der Ölförderung vor allem die großen Hubschrauber aus Marignane bei Marseille im Einsatz. Auf den größten bayerischen Airbus-Standort Donauwörth mit 7000 Beschäftigten, dürfte sich das kaum auswirken. Außerdem macht Airbus Helicopters nur die Hälfte des Umsatzes mit Neubestellungen, der Rest wird mit Serviceleistungen vor allem bei der Reparatur und Wartung von Hubschraubern eingenommen. Allerdings zeigt sich bei Airbus Helicopters auch besonders deutlich, dass sich der Konzern nicht mehr nur als europäisches Unternehmen versteht. Zu den Hubschrauberwerken in Europa kommen nun auch Fertigungslinien in China und Südkorea.

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