Aktie von Lehman Brothers im freien Fall

Die Krise der schwer angeschlagenen viertgrößten US-Investmentbank Lehman Brothers spitzt sich dramatisch zu. Nach einem bereits spektakulären Kurssturz seit Wochenbeginn brach die Aktie der Bank am Donnerstag zum Handelsauftakt in New York weiter rasant ein.

Lehman Brothers droht damit laut Analysten auf der Suche nach dringend benötigtem frischem Kapital die Zeit davonzulaufen. Auch andere Investmentbanken standen an der Börse unter Druck.

Lehman Brothers hatte am Mittwoch einen Rekordverlust für das dritte Geschäftsquartal bekanntgegeben und will nun unter Hochdruck Konzernteile verkaufen. Hochriskante und notleidende Geschäfte im Immobilienbereich sollen zudem in eine separate börsennotierte Gesellschaft ("bad bank") ausgegliedert werden. Die angekündigten rettenden Schritte müssen aber zum Großteil noch endgültig verhandelt werden.

Das Problem: Je tiefer der Kurs fällt, desto weniger Geld dürfte die Investmentbank beim Einstieg neuer Investoren oder dem Verkauf von Sparten bekommen. Der Wettbewerber Bear Stearns hatte wegen ähnlicher Schwierigkeiten durch die Kreditkrise im März seinem Notverkauf zustimmen müssen. Auch der Bear-Stearns-Kurs war am Ende dramatisch abgestürzt.

Die Aktie von Lehman Brothers ging gleich zu Beginn des Börsenhandels am Donnerstag wegen panikartiger Verkäufe erneut in freien Fall über. Sie stürzte um mehr als 38 Prozent unter den Vortagesschluss auf nur noch 4,47 Dollar. Allein seit Wochenbeginn verlor Lehman Brothers damit rund 75 Prozent des Börsenwerts, seit Jahresbeginn sogar mehr als 90 Prozent.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Wegen möglicher Gesundheitsrisiken hat ein Lebensmittelhersteller mehrere seiner Produkte zurückgerufen. Wegen überschrittener Grenzwerte können sie Sehstörungen …
Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Teil-Rückzug
Die Brexit-Verhandlungen verlaufen schleppend, die Unternehmen werden zunehmend nervös. Airbus erhöht nun den Druck auf die britische Regierung.
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Teil-Rückzug
EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft
Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische Gegenschlag. …
EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft
Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung
Die Opec hat ihr selbst auferlegtes Förderlimit zuletzt nicht voll ausgeschöpft. Das soll sich im kommenden Halbjahr ändern, einige Länder dürfen nun wieder mehr …
Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion