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Schwache Abozahlen bei Streaming-Größe Netflix

Erstmals Abo-Rückgang in den USA

Aktien-Crash für Netflix: Warum Disney, Amazon & Co. es noch schlimmer machen könnten

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24 Milliarden Dollar Verlust in nur sechs Tagen: keine guten Zahlen für die Streaming-Größe Netflix. Das sind laut Experten die Gründe.

Los Gatos - Bauchklatscher für Netflix: Die Aktien des Streaming-Dienstes sind um 15 Prozent eingesackt – in nur sechs Tagen seit Bekanntgabe seines Quartalsberichts in der vergangenen Woche. Konkret verlieren die Aktionäre damit 24 Milliarden Dollar, wie die Branchen-Experten des Hollywood Reporter schreiben. 

Schon die Quartalszahlen für die drei Monate bis Ende Juni 2019 waren schwach ausgefallen. Nur 2,7 Millionen Menschen schlossen in diesen Monaten eine neues Netflix-Abo ab – ungewohnt wenig. Zum ersten Mal hat Netflix in den USA sogar Abonnenten verloren: 126.000 weniger Mitgliedschaften standen zuletzt zu Buche. Außerhalb der USA dagegen sind sie auf etwa 152 Millionen Abos angestiegen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar an.

Was könnten die Gründe für den Aktienabsturz sein? Netflix hat zuletzt in vielen Ländern die Abo-Preise erhöht, auch in Deutschland. Das Unternehmen räumte eine besonders schlechte Entwicklung in diesen Regionen ein. Beobachter weisen auch darauf hin, dass Netflix trotz hohem eigenem Produktionsbudget relativ wenige wenig Film- und Serienhits hatte. Dabei schaffte der Anbieter zuvor mit Serien wie „Stranger Things“, oder „Orange is the New Black“ Kultstatus.

Disney greift Netflix an

Außerdem schläft die Konkurrenz nicht. Die US-Konzerne Amazon und Hulu bieten bereits Film- und Serienstreams gegen Geld an. Der Silicon-Valley-Gigant Apple denkt Berichten zufolge darüber nach. Und sowohl The Walt Disney Company (man denke an die ganzen Superhelden aus dem „Marvel“-Universum) als auch der US-Bezahlsender HBO („Game of Thrones“) und das US-Medienunternehmen NBCUniversal planen Streaming-Plattformen. Viele von deren Inhalten liefen bislang gegen Lizenzgebühren bei Netflix. 

Doch wenn Disney und Co eigenen Streaming-Plattformen starten, werden Marvel-Produktionen und andere Hits exklusiv bei ihnen laufen. So verliert Netflix mit „Friends“ und „The Office“ seine beiden erfolgreichsten US-Shows an direkte Rivalen, berichtete die dpa. Und erst vor wenigen Wochen erlitt Netflix eine bittere Niederlage gegen Amazon. 

„Wenn die Hälfte oder sogar mehr der meistgesehenen Inhalte auf Netflix drei Studios gehören, die ihren eigenen Service starten, wie lange kann man dann die mehr als 55 Millionen Abonnenten in den USA davon überzeugen, dass man den Preis wert ist?“, zitiert der Hollywood Reporter einen Branchenkenner mit einer für Netflix heiklen rhetorischen Frage.

Nun will das Portal aber auch erfahren haben, was für Netflix eine Lösung sein könnte - auch wenn diese für viele Streaming-Freunde zunächst unangenehm klingen dürfte. Einer Umfrage zufolge würden 32 Prozent der Befragten Werbung auf Netflix akzeptieren – wenn dafür der Abo-Preis sinkt.

frs/ Mit Material der dpa

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