Aktien im Höhenflug: Wann kommt der große Rückschlag?

- München - Was ist nur mit den Aktien los? Wer sich zu Tiefständen vor dem Irak-Krieg mit Dax-Zertifikaten eindeckt hat, blickt nun auf stolze 50 % Wertzuwachs. Es könnte weiter nach oben gehen. Von 3450 bis 3600 Punkten ist die Rede. Doch mehren sich auch warnende Stimmen, die einen Rückschlag bis 2700 für möglich halten.

<P>Es sind nicht nur schwankungsanfällige Technologiewerte, die kräftige Kurszuwächse verbuchen konnten. Hinter SAP, die sich um fast 170 % Zuwachs von ihren Tiefständen abgesetzt haben, kommen die Commerzbank (rund 160 %) und HypoVereinsbank (rund 130 %). Neben diesen Raketen sehen Infineon (rund 100 %) und Siemens (rund 50 %) beinahe wie flügellahme Enten aus.</P><P>Doch wie geht es weiter? Eine noch unbekannte Größe wird die kurzfristige Entwicklung bestimmen: Wie blicken die wichtigsten US-Unternehmen in die Zukunft? Die gestern angelaufene Berichtssaison in den USA wird diese Frage klären.</P><P>Eine Prognose ist diesmal besonders schwierig. Einerseits gab es im Vorfeld kaum Gewinnwarnungen. Das kann man positiv sehen. Andererseits wurde dieses Signal bereits verarbeitet, ist also in den Kursen bereits enthalten. Damit könnten bei Enttäuschungen Ausschläge nach unten heftig ausfallen. Viele technische Faktoren sprachen in den vergangenen Wochen für eine Korrektur des überkauften Marktes. Sie ist bislang ausgeblieben. Derzeit sind die Einschätzungen uneinheitlich.</P><P>Charttechniker versuchen, aus der Analyse bisheriger Entwicklungen die Kursentwicklung der Zukunft einzuschätzen. Sie tun dies anhand unterschiedlicher Modelle.</P><P>So erwarten einige derzeit viel beachtete Elliottwellen-Theoretiker noch einen leichten Anstieg des Dax zwischen 3460 und 3500 Punkten - halten dann aber eine Korrektur bis in die Gegend von 2700 für wahrscheinlich.</P><P>Doch das ist nur eine Betrachtungsweise. Reza Darius Montassé´r, Chefanalyst des Münchner Bankhauses Reuschel - er sieht die Elliottwellen eher skeptisch -, ortet einen Widerstand bei 3450, der nicht auf einmal überwunden werden könne. Montassér erwartet aber nur einen Rückschlag oberhalb der 3000, bevor der Index einen zweiten Anlauf über diesen Widerstand nehmen könnte.</P><P>Eine andere Betrachtungsweise stützt sich auf zwei starke Einzelwerte. "Telekom und Post sind aus ihren Abwärtstrends ausgebrochen", sagt der technische Analyst Georg Morgenthaler, der damit die Erwartung eines weiteren Anstiegs begründet. Andere Schwergewichte dagegen geben keine derart eindeutigen Signale. Die Allianz müsste nach Morgenthalers Einschätzung erst aus ihrer gegenwärtigen Konsolidierungsphase nach oben drehen.</P><P>Telekom und Post standen gestern im Mittelpunkt. Beide Titel wurden mit kräftigen Abschlägen gehandelt, weil die Kreditanstalt für Wiederaufbau über eine Wandelanleihe 5,8 % der Telekom auflegt (für institutionelle Anleger). Eine vergleichbare Geldbeschaffungsmaßnahme (zur Finanzierung der Steuerreform - was Finanzminister Hans Eichel heftig dementieren ließ) könnte bald auch die Post betreffen. Doch Experten begrüßten die Emissionen. "Bewertungstechnisch bewerte ich die Anleihe als leicht positiv", sagte Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz.<BR></P>

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