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Stamm- oder Vorzugsaktie? Nicht nur bei Volkswagen macht das einen Unterschied.

Aktienarten im Vergleich

Aktien: Über die Nachteile von Vorzügen

München - Ob Volkswagen-Aktionäre Spaß an ihrer Investition haben, hing zuletzt oft davon ab, welche Art von Anteilsschein sie besitzen. Wir erklären, was verschiedene Aktiengattungen und -typen bedeuten.

Stammaktie

Bei der Stammaktie handelt es sich um die klassische Form eines Anteils an einer börsennotierten Aktiengesellschaft. Der Aktionär erwirbt mit dem Kauf einer Stammaktie das Recht, alle im Aktiengesetz verankerten Rechte in Anspruch zu nehmen. Am wichtigsten sind dabei das Stimmrecht sowie das Recht zur Teilnahme an der jährlich stattfindenden Hauptversammlung. Jede Aktie gewährt genau ein Stimmrecht.

Vorzugsaktie

Das Gegenstück zur Stammaktie ist die Vorzugsaktie. Diese Aktiengattung ist ohne Stimmrecht ausgestattet. Vorzugsaktien, auch Vorzüge genannt, dürfen in Deutschland maximal 50 Prozent am Grundkapital eines Unternehmens repräsentieren. Besitzer von Vorzugsaktien haben auf Hauptversammlungen kein Stimmrecht. Dieser Nachteil wird durch eine höhere Ausschüttung (Dividende) ausgeglichen.

Vorzugsaktien gibt es in verschiedenen Varianten, wobei die Unterschiede sich auf die diversen Arten der Gewinnbeteiligung beziehen. So können die Papiere beispielsweise mit einem sogenannten Nachbezugsrecht ausgestattet werden. Das bedeutet, dass bei einem zu geringen Gewinn ausgefallene Dividenden in den folgenden Jahren nachgezahlt werden. Geschieht das nicht, erhalten die eigentlich stimmrechtslosen Vorzugsaktien ein volles Stimmrecht, und dies gilt so lange, bis die ausgefallenen Zahlungen vollständig nachgeholt wurden.

Vorzugsaktien werden oftmals von Familienunternehmen ausgegeben. Auf diese Weise erhalten sie Kapital und schließen zugleich das Mitspracherecht der Geldgeber aus. Auch gegen unerwünschte Übernahmeversuche sind Vorzugsaktien ein wirksames Mittel. Vorzugsaktien werden auch als Mittel zur Finanzierung eingesetzt, wenn aufgrund des geringen Aktienkurses eine Kapitalerhöhung nicht möglich ist. Als Kaufanreiz dient dann die höhere Beteiligung am Gewinn.

Namensaktie

Neben der Gattung (Stamm- oder Vorzugsaktie) kann sich auch der Typ einer Aktie unterscheiden. Immer mehr Aktiengesellschaften in Deutschland setzen auf die Namensaktie. Deren Besonderheit besteht darin, dass der Besitzer dem Unternehmen namentlich bekannt ist. Dazu wird bei der Gesellschaft ein sogenanntes Aktienregister geführt, in das die Namen der Besitzer sofort nach dem Kauf eingetragen werden. In den USA und Japan gibt es ausschließlich Namensaktien.

Ein Vorteil der Namensaktie ist, dass die Unternehmen direkt per Post oder Mail mit dem Aktionär Kontakt aufnehmen können. So ist beispielsweise die direkte Einladung zur Hauptversammlung möglich, was den Unternehmen erhebliche Kosten spart.

Laut DSW dürfte bei Namensaktien zudem die Gefahr feindlicher Übernahmen geringer sein. Denn durch das Namensregister sind Käufe mit großem Volumen sowie die Käufer selbst schneller erkennbar. Durch das Risikobegrenzungsgesetz aus dem vergangenen Jahr haben die Unternehmen mit Namensaktien zudem eine weitere Handhabe. Sie können nämlich von jedem eingetragenen Aktionär Auskunft darüber verlangen, ob es sich bei ihm um den wahren Eigentümer handelt. Früher scheuten viele Unternehmen Namensaktien wegen der aufwendigen und teuren Erstellung des Aktienregisters. Durch die elektronische Datenspeicherung hat sich dies geändert.

Einen Sonderfall stellt die vinkulierte Namensaktie dar. Der Unterschied zur herkömmlichen Namensaktie besteht darin, dass der Kauf und Verkauf dieser Wertpapiere nur mit Zustimmung der jeweiligen Aktiengesellschaft möglich ist. Das Vinkulieren von Namensaktien geschieht üblicherweise, um bestimmte Personen oder Konkurrenten von der Beteiligung am Unternehmen auszuschließen.

Inhaberaktie

Das Gegenstück zur Namensaktie ist die Inhaberaktie. Die Inhaberaktie ist die in Deutschland am meisten verbreitete Aktienart. Sie lautet üblicherweise auf den Inhaber und kann leicht übertragen werden. Verbrieft wird in diesem Papier analog zur Namensaktie ein Stimmrecht, das Recht zur Teilnahme an der Hauptversammlung sowie das Recht auf Dividende. Lediglich die Depotbank weiß, wer letztlich der Eigentümer der jeweiligen Aktie ist.

mm

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