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Deutsche Staatsanleihen gefragt

Aktienmärkte leiden unter Ukraine Krise

Frankfurt - Die Lage in der Ostukraine lässt Anleger weiter zittern: Von Aktien lassen viele Investoren angesichts der Unsicherheit derzeit lieber die Finger.

Die Krise in der Ostukraine hat wichtige Aktienmärkte weltweit deutlich ins Minus gedrückt. Der Dax näherte sich am Mittwoch bedrohlich der wichtigen 9000er Marke. Der deutsche Leitindex rutschte zwischenzeitlich um mehr als 1,6 Prozent auf 9036 Punkte ab. Der Euro fiel im Verhältnis zum Dollar auf einen neues Neun-Monats-Tief. Zuvor hatte Italien im zweiten Quartal in Folge ein Schrumpfen seiner Wirtschaft und damit eine Rezession verkünden müssen. Auch die Börsen in Asien gaben nach.

Für die wichtigsten europäischen Aktien ging es weiter nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 1,36 Prozent und lag nur noch knapp über der wichtigen 3000er-Marke. Aktienhändler Markus Huber vom Londoner Handelshaus Peregrine & Black sagte: „Sorgen um die eskalierende Lage in der Ostukraine setzen dem Dax weiterhin schwer zu und folglich geht die Flucht der Anleger aus deutschen Aktien weiter.“

Schlimmer noch als die Angst vor negativen Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland sei die Unsicherheit, die für die kommenden Monate von der Krise in der Ukraine ausgeht. „Solche Zeitperioden sind normalerweise davon geprägt, dass Anleger jeglichem Risiko und somit auch Neuinvestments in Aktien abgeneigt sind. Das bedeutet tiefere Kurse“, sagte Huber.

Der Euro fiel nach den Nachrichten über die Rezession in Italien und unerwartet schwachen Auftragsdaten aus Deutschland auf ein neues Neunmonatstief. Gegen Mittag stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3333 und damit so tief wie seit vergangenen November nicht mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagmittag auf 1,3382 Dollar festgesetzt.

Den stärksten Dämpfer erhielt der Euro am späten Nachmittag, als eine Hiobsbotschaft aus Italien die Anleger verunsicherte. Die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums ist im Frühjahr zurück in die Rezession gefallen. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im zweiten Quartal um 0,2 Prozent und knüpfte damit an den schwachen Jahresauftakt an.

Bereits am Morgen hatten enttäuschende Zahlen aus der deutschen Industrie den Euro unter Druck gesetzt. Im Juni war der Auftragseingang mit 3,2 Prozent so stark wie seit knapp drei Jahren nicht mehr gefallen. „Vor allem die geopolitischen Entwicklungen und Risiken dürften zu einer gewissen Zurückhaltung bei den Bestellungen geführt haben“, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium.

Auch die Börsen in Asien litten spürbar unter der Unsicherheit in der Ukraine und wiesen deutliche Verluste auf. Die außenpolitischen Spannungen und die schwachen Konjunkturdaten heizten dagegen die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen an. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf ein historisches Tief von 1,10 Prozent.

dpa

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