Die Aktien-Raketen des M-Dax: Mitfliegen oder abwarten?

- Die kleineren Börsentitel kamen 2004 ganz groß raus: Der M-Dax, in dem 50 mittelgroße deutsche Firmen zusammengefasst sind, schwang sich in diesem Jahr von einem Hoch zum nächsten. Die Aktien aus der zweiten Reihe liefen dem Index mit den Firmenschwergewichten, dem Dax, regelrecht davon. Experten rechnen allerdings damit, dass so manchem Sprinter bald die Luft ausgeht.

<P class=MsoNormal><P class=MsoNormal>"Die M-Dax-Entwicklung war wirklich toll", sagt Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Dicke Gewinne waren nicht nur mit dem Börsenliebling Puma zu machen. Auch Aktien wie Kali und Salz, Salzgitter oder Techem erlebten wahre Kursexplosionen. Jetzt mahnt Keitel jedoch zur Vorsicht: "Es ist nicht gewährleistet, dass die Erfolgsgeschichte auch im nächsten Jahr so weitergeht." Wer auf die Rally jetzt noch aufspringen und profitieren wolle, solle die Investition intensiv prüfen - auch wenn Analysten dem M-Dax nach der Ölpreis-Talfahrt und positiven Vorgaben aus den USA momentan gute Chancen für einen Jahresendspurt gegeben werden.</P></P><P class=MsoNormal>Gefahr für Rückschlag immer gegeben</P><P class=MsoNormal>Die Gefahr für einen Rückschlag bei "dem einen oder anderen Titel" sei immer gegeben, gibt auch Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz zu bedenken. Wenn ein Index über Monate hinweg so stark vorgeprescht sei, sollten Späteinsteiger nicht ausgerechnet allein auf die Kursraketen setzen. "Gerade bei erfolgreichen Einzelwerten wie Puma sollte man damit rechnen, dass der Höhenflug womöglich schon ausgereizt ist", gibt der Fachmann zu bedenken.</P><P class=MsoNormal>Wer den Aufwärtstrend der Nebenwerte, auch Midcaps genannt, jetzt noch nutzen will, sollte unbedingt die Regel des "Stock-Pickings" einhalten, raten Hocker und Keitel einmütig. Das bedeutet: nicht ausschließlich auf das bekannte Pferd setzen, das schon ein Spitzenrennen hinter sich hat, sondern auch die Unternehmensdaten der "Zurückbleiber" prüfen. Vielleicht haben sie noch Wachstumspotenzial und Aufholbedarf.</P><P class=MsoNormal>Weniger Furcht vor Rückschlägen im M-Dax hat dagegen Roland Aulitzky, Börsenexperte von "Finanztest". "Es ist gar nicht unvernünftig, angesichts der Prognose für den Index jetzt noch zu investieren", meint er. Die Nebenwerte bildeten ein relativ solides Segment. Totalflops wie einst am Neuen Markt seien eher selten. "Neue-Markt-Firmen lebten nur von der Phantasie, M-Dax-Werte verdienen wirklich Geld", betont Aulitzky.</P><P class=MsoNormal>Anleger fänden im Sektor der Nebenwerte in der Regel Firmen mit klassisch-soliden Geschäftsmodellen und zugleich überdurchschnittlicher Dividendenrendite, unterstreicht der Fachmann: "Das hat in Börsenboomzeiten Ende der 90er aber niemanden interessiert." Die meisten MidCap-Firmen seien deshalb jahrelang krass unterbewertet gewesen. Das sei nach der Aufholjagd nun vorbei. Von einer momentanen "Blase" auf Grund der immer neuen Allzeithochstände im M-Dax könne daher auch keine Rede sein.</P><P class=MsoNormal>Dosierter Späteinstieg, keine Einzelwerte</P><P class=MsoNormal>Vom Kauf von Einzelwerten rät Aulitzky jedoch ab. Das Risiko sei für ungeübte Aktionäre zu groß. Die Gefahr, dass die Erfolgsgeschichte eines einzelnen Unternehmens plötzlich abreiße, sei immer hoch. "Auch ein gutes Geschäftsmodell kann in der Versenkung verschwinden, siehe das Beispiel der Firma Goldzack", warnt er. Nicht verkehrt sei dagegen der Abschluss eines monatlichen Sparplans auf die Aktien aus der zweiten Reihe. Entweder als Aktienfonds oder Indexzertifikat. "Damit wird das Risiko gestreut", so Aulitzkys Tipp.</P><P class=MsoNormal>Von der alten Börsenweisheit, dass die Nebenwerte sofort wieder ins Straucheln geraten, sobald die Konjunktur stärker anspringt und Dax-Werte bevorzugt werden, hält der Verbraucherschützer nicht viel. Sparer sollten sich nicht irritieren lassen, rät er. Und wem das M-Dax-Eisen schon zu heiß geworden ist, dem bleibt 2005 ohnehin nur das Warten auf günstigere Einstiegskurse. "Wenn man die Nebenwerte 2004 so anschaut, kann man nur sagen: schade, dass ich nicht dabei war", meint Keitel.</P>

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