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100 statt 10 Milliarden: Lindner will bei der Aktienrente kräftig draufsatteln

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Von: Lisa Mayerhofer

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Die neue Aktienrente soll verhindern, dass die Beitragssätze für die gesetzliche Rentenversicherung zu stark ansteigen müssen. Finanzminister Lindner will das Kapital dafür noch einmal stark aufstocken.

Berlin – Das gesetzliche Rentensystem in Deutschland steht wegen des demografischen Wandels vor dem Kollaps, warnen Experten immer wieder. In den nächsten Jahren werden immer mehr Rentner auf immer weniger Erwerbstätige kommen, die die Rente finanzieren. Dieses Problem möchte die Regierung auf Initiative der FDP zumindest teilweise mit der sogenannten Aktienrente beheben. Sie soll den Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung in Schach halten.

Lindner zur Aktienrente: „Wir brauchen eine dreistellige Milliardensumme“

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will nun das Kapital für die Aktienrente noch einmal deutlich aufstocken. „Wir brauchen mittel- bis langfristig eine dreistellige Milliardensumme, damit die Erträge der Aktienanlage einen spürbaren Effekt auf die Stabilisierung der Rentenbeiträge und des Rentenniveaus haben können“, sagte Lindner dem Tagesspiegel. Für 2023 wurde als Startschuss lediglich eine Summe von zehn Milliarden Euro in den Haushalt eingestellt.

Die Aktienrente ist dabei kein Angebot für eine zusätzliche Altersvorsorge, sondern ein Instrument, mit dem starke Beitragserhöhungen für die gesetzliche Rentenversicherung verhindert werden sollen, die sich mittelfristig aus der demografischen Entwicklung ergeben könnten.

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Aktienrente: Wie soll die Milliardensumme finanziert werden?

Das Verbraucherportal Finanztip hatte ausrechnen lassen, dass die Aktienanlage des Bundes ein Volumen von mehr als 210 Milliarden Euro haben müsste, um eine Beitragssteigerung von einem Prozent zu verhindern. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich am Aktienmarkt im langjährigen Durchschnitt Renditen von acht Prozent pro Jahr erwirtschaften lassen.

Zur Finanzierung der dreistelligen Milliardensumme für die Aktienrente sagte der Finanzminister der Zeitung, er habe dazu Ideen, es gebe aber „noch keine abgeschlossene Willensbildung der Bundesregierung“. Lindner verwies dabei auf die Finanzierung der ersten zehn Milliarden Euro, die vollständig über neue Schulden erfolgt und als Darlehen des Bundes an die neue Aktienrücklage fließt. „Wir machen uns zunutze, dass der Staat für seine Anleihen weniger zahlen muss als die Kapitalmärkte an Rendite bringen.“ (lma/dpa)

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