Aktionäre machen wieder Druck

Deutsche Börse: - Frankfurt - Die Deutsche Börse hat bei ihren Aktionären um Zustimmung für den geplanten milliardenschweren Zukauf in den USA geworben und ist auf Vorbehalte kritischer Großanleger eingegangen. Die Übernahme der US-Optionsbörse International Securities Exchange (ISE) sei "ein strategischer Meilenstein" für die Börse, der "Wachstumsaussichten weiter fördern und signifikanten Wert für unsere Aktionäre schaffen wird", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse AG, Reto Francioni, während der Hauptversammlung am Freitag in Frankfurt. Aufsichtsratschef Kurt Viermetz betonte: "Der Aufsichtsrat steht geschlossen hinter der geplanten Akquisition."

Der Dax-Konzern will noch in diesem Jahr die ISE übernehmen und dafür umgerechnet zwei Milliarden Euro ausgeben. Dagegen hatte es kurz vor dem Aktionärstreffen Widerstand von mächtigen Großanlegern gegeben. Der US-Hedge-Fonds Atticus hatte angekündigt, "alle Optionen zu prüfen", um die Pläne zu kippen. Der Fonds hatte vor zwei Jahren gemeinsam mit dem britischen Hedge-Fonds TCI den geplanten Kauf der Londoner Börse verhindert und ein neues Management durchgesetzt.

Im Streit um die ISE kam die Deutsche Börse den Großaktionären entgegen: Der geplante Antrag zur Erhöhung des genehmigten Kapitals von rund 20 Millionen Euro auf 34 Millionen Euro wurde zurückgezogen. Damit wird der Spielraum für aktienfinanzierte Übernahmen ohne ausdrückliche Zustimmung der Anteilseigner geringer. Francioni betonte jedoch, die Börse werde "auch in Zukunft nicht betriebsnotwendige Mittel an die Aktionäre ausschütten". Vor zwei Jahren hatten Hedge-Fonds eine Milliarden-Ausschüttung durchgesetzt.

Der Börsenvorstand verteidigte den Kaufpreis für die ISE als "gerechtfertigt und im besten Interesse unseres Unternehmens". Aufsichtsratschef Viermetz versicherte, Vor- und Nachteile des Zukaufs seien "sorgfältig geprüft" worden. Francioni sagte: "Wir stehen mit allen Investoren in Kontakt, um die Vorteile der Transaktion noch besser, noch näher zu erläutern."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen
Die Behörden in der Schweiz haben einen Zulassungsstopp für bestimmte Modelle des Porsche Cayenne verhängt. Grund dafür ist der Umweltschutz.
Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen
Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen
Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat sein Interesse an der Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin signalisiert.
Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen
Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken
Eine Komplettübernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin würde der Lufthansa vor allem auf innerdeutschen Strecken zu einem starken Monopol verhelfen.
Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken
Wöhrl gibt offizielles Angebot für Air Berlin ab
Kommt es bei Verhandlungen um die Zukunft der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin zu einer schnellen Lösung? Heute starten konkrete Verkaufsgespräche. Ein erstes …
Wöhrl gibt offizielles Angebot für Air Berlin ab

Kommentare