Aktionäre sind die großen Gewinner des Allianz-Sparkurses

München: - München ­- Der beschlossene Abbau Tausender Stellen soll bei der Allianz in weiter steigende Milliardengewinne münden. Aktionäre profitieren von höherer Dividende. Der Münchner Finanzkonzern Allianz hat nach einem über alle Erwartungen ausgeprägten Rekordjahr 2006 für mindestens drei weitere Jahre neue Ergebnissprünge angekündigt.

"Wir bleiben auf dem eingeschlagenen Weg", versicherte Konzernchef Michael Diekmann. Dabei verkündete er für das Vorjahr einen um gut 60 Prozent auf über sieben Milliarden Euro verbesserten Jahresüberschuss. Dabei profitierte die Allianz auch von einem einmalig positiven Steuereffekt in Höhe einer halben Milliarde Euro.

Dennoch lag der Gewinn über allen Schätzungen. Die operativen Gewinne, die 2006 um gut ein Fünftel auf 10,4 Milliarden Euro wuchsen, sollen bis einschließlich 2009 jährlich im Schnitt um ein Zehntel zulegen, kündigte Diekmann darüber hinaus an.

Dazu beitragen soll auch der für Deutschland jüngst beschlossene Abbau von 5700 Stellen im Innendienst. Das müsse aber nicht bedeuten, "dass wir Menschen rausschmeißen", meinte der Konzernchef. Der Stellenabbau solle primär durch eine natürliche Fluktuation von jährlich 1000 Stellen geregelt werden. 1555 Beschäftigte hätten zudem bereits Angebote wie Abfindung und Altersteilzeit angenommen. Darüber hinaus suche die Allianz im Vertrieb per anno rund 1500 Außendienstler. Den vom Abbau betroffenen Innendienstlern biete man deshalb nun eine Umschulung dafür an.

Diekmann verteidigte den hierzulande vielfach kritisierten Stellenabbau bei gleichzeitigen Milliardengewinnen nochmals als strategisch notwendig. Er räumte aber erstmals Fehler bei der Umsetzung und Vermittlung des Sparkurses ein. "Wir haben in diesem schwierigen Prozess nicht immer überzeugend agiert, und das bedauere ich", sagte der Allianz-Chef. Die entstandene Unruhe bei der Belegschaft habe aber nicht zu einem bisweilen befürchteten "Zusammenbruch des Geschäfts" im Inland geführt, betonte er. Als Beleg führte der Manager an, dass das Allianz-Neugeschäft bei Lebensversicherungen im Vorjahr um ein Viertel zugelegt habe und sein Konzern auch im besonders hart umkämpften Verkauf von Kfz-Policen 1,6 Prozent Privatkunden gewonnen habe. Problemlos verdaut hat die Allianz 2006 auch Kosten für Stellenabbau und Konzernumbau in Höhe von 824 Millionen Euro.

Klare Gewinner des Sparkurses sind schon jetzt die Aktionäre. Ihre Dividende wird für 2006 von zwei auf 3,80 Euro erhöht. Für die nahe Zukunft deutete Diekmann zudem eine weitere Erhöhung der Ausschüttung an. "Wir wollen hier innerhalb der kommenden zwei Jahre zu unseren Wettbewerbern aufschließen", meinte er ohne genauere Angaben. Im Schnitt liegt die Allianz derzeit nach Schätzung um fast die Hälfte unter der Ausschüttungsquote von Konkurrenten. Auch die Börse honorierte die Allianz-Bilanz. Der Kurs der im Dax notierten Aktie stieg um fünf Prozent auf etwa 164 Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Leverkusen/New York - Bayer und Monsanto wollen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Investitionen und US-Arbeitsplätzen von ihrer Fusion überzeugen.
Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank könnte Medienberichten zufolge schon bald drastische Einschnitte bei den Boni ihrer Mitarbeiter verkünden.
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
London - Theresa May kündigte am Dienstag den klaren Bruch mit der EU an. In unserer Zeitung erklärt der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, wie teuer …
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren
New York - Bis 2050 wird einer Studie zufolge mehr Plastikmüll in den Weltmeeren schwimmen als Fische - wenn nicht schnell gehandelt wird. Genau das tun jetzt 40 große …
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren

Kommentare