Aktionäre stimmen Umstrukturierung zu

- Köln - Die Aktionäre des Dualen Systems Deutschland (DSD) mit dem "Grünen Punkt" haben einer tief greifenden Umstrukturierung hin zu einem börsennotierten Unternehmen zugestimmt. Auf einer nichtöffentlichen außerordentlichen Hauptversammlung am Montag in Köln stimmten sie der Übernahme des DSD durch den Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) zu. Das Gesamtangebot des Finanzinvestors entspricht 260 Millionen Euro.

Bislang hatte das DSD beim Recycling von Verpackungen eine Monopolstellung und war vom Bundeskartellamt verpflichtet worden, mindestens 75 Prozent der Aktien zu verkaufen. Die bisherigen Eigner beschlossen am Montag die Änderung des Aktionärskreises, wodurch die Übernahme von Aktien möglich wird. In der Vergangenheit durften nur von der Verpackungsverordnung verpflichtete Unternehmen Aktien halten. Diese Regelung war von den Wettbewerbshütern beanstandet worden. Der DSD-Aufsichtsrat hatte zuletzt erklärt, dass Großunternehmen des Handels und der Industrie - die zu den Kunden des DSD gehören - keine Aktien und Beteiligungen mehr halten sollen.<BR><BR>Das DSD war von Industrie und Handel als Selbsthilfe-Organisation für das Recyclen von Verpackungen ins Leben gerufen worden. Die nun angestrebte Eigneränderung kommt nach Angaben des DSD zu Stande, wenn mindestens 95 Prozent der Aktionäre das Angebot bis zum 23. Dezember angenommen haben. Danach soll das DSD in drei bis fünf Jahren an die Börse geführt werden. Im vergangenen Jahr setzte das DSD mit rund 400 Mitarbeitern fast 1,7 Milliarden Euro um.<BR><BR>Insgesamt haben die mit der Umstrukturierung verbundenen Transaktionen ein Volumen von rund 970 Millionen Euro. Dazu zählten neben den bereits angekündigten Preissenkungen zudem weitere Rabatte, Prämien und Rückvergütungen für die Kunden, die Lizenzentgelte für das Entsorgungssymbol auf ihren Verpackungen entrichten. Diese könnten für den Verbraucher möglicherweise auch sinkende Kosten bei der Verpackungs-Entsorgung bedeuten.<BR><BR>Das DSD will von 2006 an die Preise um 75 Millionen Euro senken. Der DSD-Aufsichtsrat hatte bereits im April 2004 eine planmäßige Preissenkung ab 1. Januar 2005 um durchschnittlich 5,5 Prozent beschlossen, die sich für die kommenden zwei Jahre auf insgesamt etwa 160 Millionen Euro belaufen wird.

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