Die Aldi-Filiale im Geburtshaus der Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht im Stadtteil Schonnebeck, fotografiert im Jahr 1930. Das inzwischen viel zu kleine Geschäft an der Huestraße 89 werde am Samstag um 16.00 Uhr zugemacht, sagte ein Sprecher von Aldi Nord am Freitag
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Das Kaufhaus für Lebensmittel Karl Albrecht im Jahr 1930. Das Geschäft in Essen ist das Stammhaus des Lebensmittel-Discounters Aldi.

Zu klein

Aus diesem unscheinbaren Laden wurde ein Milliarden-Imperium - Jetzt wird er geschlossen 

Der Lebensdiscounter Aldi schließt sein Stammhaus in Essen. Am Samstag ist für die Verkaufsstelle 1 Schluss.

Essen - Nach 101 Jahren Lebensmittelhandel im Geburtshaus der Aldi*-Gründer Karl und Theo Albrecht schließt die Unternehmensgruppe ihre Filiale im Essener Stammhaus. Das inzwischen viel zu kleine Geschäft in der Huestraße 89 werde am Samstag um 16.00 Uhr zugemacht, sagte ein Sprecher von Aldi Nord am Freitag.

Am 10. Dezember um 7.00 Uhr öffne in unmittelbarer Nähe eine neue und mehr als doppelt so große Filiale. Mit Bildern und Texten werde in der neuen Filiale auf die Tradition hingewiesen. Auf den neuen Markt werde auch die interne Bezeichnung „Verkaufsstelle 1“ übertragen.  

Aldi: Am Anfang stand ein Backwarenhandel

Der erste Laden der Unternehmerfamilie Albrecht war zunächst ein Backwarenhandel, den die späteren Eltern von Karl und Theo 1913 im heutigen Essener Stadtteil Schonnebeck eröffneten. Er befand sich in der heutigen Huestraße 87, in Anna Albrechts Elternhaus. Im Frühjahr 1919 verlegten die Albrechts ihr Geschäft ins benachbarte Wohn- und Geschäftshaus Nummer 89, das das Ehepaar kaufte. Den neuen Laden nannten sie „Kaufhaus für Lebensmittel Karl Albrecht“. In dem Haus sind die Söhne Karl und Theo geboren und aufgewachsen.

Die erste Discount-Filiale unter dem Namen Aldi öffnete 1962 in Dortmund. Sie war der Grundstein für den kometenhaften Aufstieg des Unternehmens, das die beiden Albrecht-Stämme zu den reichsten Familien Deutschlands machte. Erst zum Monatsanfang hatte Aldi Süd am Konzernsitz in Mülheim seinen bislang größten Markt eröffnet. Das Stammhaus in der Huestraße 89 bleibt laut dem Sprecher in Besitz der Aldi-Gruppe. Die Gewerberäume sollen neue Nutzer bekommen.

Die Aldi-Filiale im Geburtshaus der Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht im Stadtteil Schonnebeck. Das inzwischen viel zu kleine Geschäft an der Huestraße 89 wird am Samstag dicht gemacht.

Aldi - hinter dem Namen stehen heute zwei große international agierende Unternehmensgruppen, die nur wenige Zahlen nennen. Das von Karl geprägte Aldi Süd kam 2017 in neun Ländern mit gut 5900 Filialen und 126.000 Mitarbeitern auf 51,8 Milliarden Euro Nettoumsatz, wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht hervorgeht. Das von Theo geprägte Aldi Nord kam 2019 in neun Ländern mit 4725 Filialen und rund 77.700 Mitarbeitern auf 22,8 Milliarden Euro Nettoumsatz. Die USA ist das einzige Land, in dem beide Familienstämme im Lebensmittelhandel auch in denselben Regionen aktiv sind.

„Aldi ist heute eine weltumspannende Einzelhandelsmarke mit 85 Milliarden Euro Jahresumsatz und 12 000 Standorten“, sagte der Geschäftsfüher des EHI Retail Institute, Michael Gerling, am Freitag der dpa. Dazu zählten zu 85 Prozent Geschäfte, die unter der Marke Aldi auftreten, aber auch die Marken Hofer in Österreich und Trader Joe's in den USA.

(dpa/utz) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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