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Neue Herausforderung mit 66 Jahren: Dieter Zetsche steigt bei Aldi Süd ein

Ex-Daimler-Chef

Dieter Zetsche steigt bei Aldi ein: Darum wechselt er die Branche

Nach 13 Jahren bei Daimler versucht es Dieter Zetsche noch einmal in einer komplett anderen Branche: Zetsche wird Beiratsmitglied bei Aldi Süd.

Mülheim/ Ruhr - Aldis Neuer ist ein alter Bekannter: Dieter Zetsche, Ex-Daimler-Chef und einer der bekanntesten Schnauzbärte Deutschlands. Mehr als 13 Jahre hatte Zetsche für den Automobilkonzern aus Stuttgart gearbeitet. Und jetzt ist er Beiratsmitglied bei Aldi Süd, Deutschlands zweitgrößtem Supermarkt-Discounter (rechnet man den Umsatz von Aldi Süd und Aldi Nord zusammen, ist Aldi mit Abstand der größte). Billig-Hähnchen statt Luxus-Karossen. Wühltisch-Charme statt Lederpolster. Was hat den 66-Jährigen dazu bewogen, es nochmal in einer ganz anderen Branche zu versuchen?

Zetsches Verpflichtung steht in Aldi-Tradition

Eigentlich hätte sich Zetsche jetzt zurücklehnen können: Das Renteneintrittsalter ist erreicht, von Daimler bekommt er ein jährliches Ruhegehalt von mehr als einer Millionen Euro. Und trotzdem kann er es nicht lassen. Geholt haben ihn Peter Max Heister und Christian Heister, die Enkel des Aldi-Gründers Karl Albrecht - wahrscheinlich, um von seiner Erfahrung und von seinen Kontakten zu profitieren. Das Manager Magazin hatte als Erster von der Verpflichtung berichtet.

Die Verpflichtung von Zetsche erklärt sich am besten mit dem Blick auf die Geschichte des Konzerns. In der Vergangenheit setzte die Handelskette immer wieder auf branchenferne Mitglieder im Beirat. Aktuell ist dort zum Beispiel Renate Köcher, Geschäftsführerin des Meinungsforschungsinstituts Allensbach. Oder der ehemalige Intersport-Chef Franz Julen.

Aldi und Zetsche stehen vor großen Herausforderungen

Der frische Blick Zesches macht auch deshalb Sinn, weil Aldi vor derselben Herausforderung wie in jeder anderen Branche steht: Der Digitalisierung. Bisher hat das Unternehmen vollständig auf Onlinehandel verzichtet - trotz eines Rückgangs der Umsätze. Im Analogen plant Aldi-Nord außerdem den größten Umbau der Konzerngeschichte. Unter Kritik steht der Konzern außerdem wegen absurden Transportwegen in Europa.

Neben seiner Beschäftigung bei Aldi ist Zetsche Aufsichtsratschef bei Tui.

bah

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Kommentare

Juerbroe
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Das Wirtschaftswunder durch die Flüchtlinge, das der Herr Zetsche begeistert ausgerufen hat, wird ihm bei Aldi wahrscheinlich eher begegnen, als bei Daimler. Jetzt geht sein Wunsch dann ja in Erfüllung.