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In der Kritik: Aldi muss sich vor einigen Kritikern für Werbung rechtfertigen. 

Heftige Kontroverse 

Mega-Kritik an Aldi: Wegen diesem „geschmacklosen Scherz“

Aufruf zum Boykott: Ausgerechnet ein Spielzeug-Artikel hat zu scharfer Kritik an Aldi Süd geführt. Der Discounter will den Vorwurf zunächst prüfen.

Bad Waldsee/Mülheim - Ein Pädagoge übt scharfe Kritik an Aldi Süd: Walter Ritter aus Bad Waldsee im Kreis Ravensburg, der auch als Vorsitzender des Waldseer Kinderschutzbundes fungiert, stößt sich an der Werbung für eine Spielzeugwaffe, wie die Schwäbische Zeitung berichtet

Stein des Anstoßes ist die Spielzeugpistole „N-Strike Elite Disruptor“. Sie wird in einem Aldi-Prospekt unter der Überschrift „Alles, was Spaß macht“ angepriesen. Ritter kritisierte das als „kontraproduktiv, weil es Kinder zum Umgang mit Spielzeugwaffen“ animiere. 

Kritiker ist Pazifist

Der Schwäbischen Zeitung schrieb Ritter: „Der fürchterliche Amoklauf eines 17-Jährigen an der Realschule in Winnenden liegt fast genau neun Jahre zurück. Dabei wurden 15 Menschen getötet und elf verletzt. Und seitdem fragen sich Eltern, Pädagogen und Politiker, wie man eine solche Tat verhindern kann, das Umfeld rechtzeitig sensibilisieren und die gewohnheitsmäßige Nutzung von Schusswaffen in Ballerspielen einschränken kann.“

Der Pädagoge deutet an, Werbung wie die im Aldi-Prospekt könne Waffen verherrlichen. Das wiederum beeinflusse die Gesellschaft in einer Weise, die den Einsatz von Waffengewalt wahrscheinlicher werden lässt. Nicht erst seit seiner Zeit als Schuldirektor an einer Schule im damals von Revolution und Gewalt erschütterten Kairo sei er aber Pazifist, und setze sich deshalb für eine friedliche Gesellschaft ein. 

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„Geschmackloser Scherz“

Seit den Äußerungen Ritters hat die Kontroverse einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Dem Bericht zufolge, hat der Pädagoge Zuspruch vom katholischen Frauenbund sowie der katholischen Friedensbewegung Pax Christi erhalten. Dort halte man die Aldi-Werbung für die Spielzeugpistole für einen „äußerst geschmacklosen Scherz.“

In den Stellungnahmen wird auch ein Bezug zur neu aufgeflammten Waffen-Debatte in den USA hergestellt. Dort häufen sich seit einem Amoklauf im Februar mit 17 Toten Proteste für schärfere Waffengesetze. Auch vor diesem Hintergrund verurteilen Frauenbund und Pax Christi den „Verkauf solcher Imitate“. 

Aldi reagiert verhalten

Auf eine Anfrage der Schwäbischen Zeitung äußerte sich ein Sprecher von Aldi Süd zu der Kritik. Man bedauere, dass die Werbung aus Sicht des Kinderschutzbundes Bad Waldsee nicht „sensibel und verantwortungsbewusst“ gestaltet sei. Der Einwand sei zur Prüfung an die zuständige Abteilung weitergeleitet worden.

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