Getränkeregal im Supermarkt: Ab kommendem Jahr greifen Kunden tiefer in die Tasche
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Getränkeregal im Supermarkt: Ab kommendem Jahr greifen Kunden tiefer in die Tasche.

Gesetzesänderung

Lidl, Aldi, Edeka und Co.: Härtere Pfandregeln - Diese Getränke werden bald teurer

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Im Kampf gegen Plastikmüll will die Bundesregierung das Pfandsystem verschärfen. Ab 2022 wird die Pfandpflicht auf zahlreiche weitere Getränke ausgeweitet.

Berlin/München - Die Bundesregierung weitet die Pfandpflicht bei Aldi, Lidl und Co. weiter aus. Auf diese Weise will das Bundesumweltministerium Plastik weiter reduzieren.

Seit beinahe zwei Jahrzehnten wird im deutschen Groß- und Einzelhandel eine zusätzliche Abgabe fällig, um Verbraucher zur Rückgabe von Dosen und Glasflaschen zu bewegen. Dieses Prinzip wird ab 2022 auf weitere Waren ausgedehnt, die bislang noch von der Regel ausgenommen waren. Dazu gehören die weiter beliebten Einwegplastikflaschen, Fruchtsäfte ohne Kohlensäure (auch Smoothies) oder alkoholische Mischgetränke. In erster Linie betrifft die Änderung gekühlte Getränke, wie Ruhr24.de* berichtet.

Einkaufen wird teurer: Pfandsystem wird erweitert - Auch auf Milcherzeugnisse

Auf den Weg gebracht wurde die Änderung des Verpackungsgesetzes im Januar, nun erfolgte der Beschluss durch das Bundeskabinett in Berlin. Abgesehen von der Erweiterung der Pfandpflicht auf alle Getränkeflaschen beinhaltet die Gesetzes-Novelle einen vorgeschriebenen Mindestrecyclingplastik-Anteil von Einwegverpackungen (PET) - dieser beträgt ab dem Jahr 2025 mindestens 25 Prozent. Der nächste Schritt: 2030 wird der Prozentsatz auf 30 angehoben und gilt dann für alle Einwegflaschen aus Kunststoff.

Ab nächstem Jahr können in deutschen Supermärkten dann lediglich Milcherzeugnisse - und Milch selbst - noch ohne Pfand gekauft werden. Doch auch das wird mittelfristig enden: Noch bis Ende 2023 stehen diese Produkte pfandfrei in den Kühlregalen, danach wird ebenfalls eine Gebühr von 25 Cent fällig. Wo jedoch die Milchgetränke abgegeben werden, ist noch unklar, berichtet 24Rhein.de*. Der Schritt bedeutet das komplette Aus für pfandfreie Plastikflaschen.

Die Änderungen sind Bestandteil eines Maßnahmenpakets, dass auf EU-Ebene zum Zwecke der Plastikreduzierung vereinbart wurde. Nicht nur den deutschen Einzelhandel betrifft die Regelung, auch Restaurants, Imbisse oder Cafés sind dazu angehalten, mehr Wert auf Müllvermeidung zu legen.

Wie im Einzelhandel soll es beispielsweise auch Snacks oder eingepackte Salate in Mehrwegverpackungen zu kaufen geben. Aufpreise dürfen jedoch nicht erhoben werden, wie Focus.de ausführt. „Mit Mehrwegverpackungen werden wir die Verpackungsflut vor allem im To-Go-Bereich wirksam eindämmen“, ist Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). überzeugt.

Lidl, Aldi und Co.: Mehr Pfand in Deutschland - Plastik schädlich für Mensch und Natur

In der Branche gilt der Schritt als unausweichlich. Gebrauchsgegenstände wie Teller oder Snackboxen zum Mitnehmen machen mehr als ein Drittel der Kunststoffabfälle aus, stellte der Naturschutzbund Deutschland e.V. fest. Und dass Einwegplastik Umwelt und Natur verschmutzt, dürfte klar sein. Als Lösung drängen sich neben bewussterem Konsum daher Mehrwegverpackungen auf.

Schöner Nebeneffekt: Auch die öffentliche Hand wird entlastet. Denn wegen des To-Go-Booms haben gerade kommunale Reinigungsbetriebe einen großen Mehraufwand. Schätzungen zufolge konsumieren Deutsche jährlich knapp drei Milliarden Heißgetränke in Einwegbechern. Die Entfernung der Abfälle schlägt bundesweit jährlich mit etwa 700 Millionen Euro zubuche, ganz zu schweigen von möglichen gesundheitlichen Risiken.

Darüber hinaus ist ins Ausland verschiffter Müll seit langem Realität in der Abfallwirtschaft. Schiffe aus Deutschland steuern häufig einen Staat in Südostasien an. (PF) *Ruhr24.de und 24Rhein.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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