Aldi mobil: Sixt lockt Sparfahrer und Selbstputzer auf die Straße

- München - Sixt spielt Aldi. Mit dem Einstieg ins Billigst-Segment will der Pullacher Autovermieter schon nächstes Jahr Gewinn und bis zu 15 Millionen Euro Umsatz einfahren. Unter engen Bedingungen werden ab heute Smart-Fahrzeuge ab fünf Euro pro Tag vermietet. Parallel setzt die AG stärker auf ihr Leasing-Geschäft.

<P>Unter der Marke "Sixti" können Frühbucher die Winzigautos für fünf Euro ergattern, wenn sie im Internet oder per 0190-Nummer bestellen, auf Vollkasko verzichten, das Auto an 22 ausgewählten Standorten abholen, höchstens 100 Kilometer fahren, tanken, den Smart rechtzeitig an der gleichen Station zurückbringen und - kein Scherz - selbst putzen. Nicht waschen kostet, ebenso wie nicht tanken, 15 Euro.</P><P>Der Aldi-Vergleich stammt von Vorstandschef Erich Sixt selbst. Er will mit der neuen Discount-Marke Wenigfahrer und Schnäppchenjäger auf die Straße bringen. Laut Branchenbeobachtern reagiert der Konzern damit auf Billig-Anbieter, die auf den deutschen Markt drängen. Diese, so höhnte Sixt, "werden ihr Waterloo erleben".</P><P>Der Trend gehe ohnehin zu überregionalen Vermietern: "Die Kleinen und Mittelgroßen werden in diesem knallharten Wettbewerb nicht mithalten können. Das wird uns helfen." Finanziell hilfreich ist zudem das Leasing-Geschäft, das Sixt den Konkurrenten voraus hat. Hier laufen derzeit 49 000 Verträge - der Bestand soll wachsen.</P><P>Das traditionelle Mietgeschäft gestaltet sich schwierig. Seit 1998 rauschten die Flottenkosten um 86 % nach oben. "Damals haben uns die Hersteller noch Rabatte und Zuschüsse hinterhergeworfen", sagt Sixt. Er wisse aber nicht, ob höhere Mietpreise durchsetzbar seien.</P><P>Die Sixt-Flotte schrumpft derweil weiter, um die Auslastung zu steigern. 42 900 Autos vermietet der Konzern weltweit, im Schnitt alle sechs Monate werden die Fahrzeuge ausgetauscht. Mit großem Abstand führt die Marke Mercedes vor BMW, Audi, Ford, VW und Opel.</P><P>Im traditionell eher schwachen ersten Quartal sind die Pullacher mit einem kleinen Vorsteuergewinn von 300 000 Euro gut gestartet. Sixt gibt der Diskussion um eine höhere Dienstwagenbesteuerung die Schuld, dass das Leasinggeschäft beim Umsatz um 10 % unter dem Vorjahresniveau gelegen habe, der Gewinn in der Sparte sank von 2,2 Millionen auf 1,7 Millionen Euro.</P><P>Sixt schließt für heuer ein zweistelliges Ergebniswachstum ebenso wenig wie einen Rückgang aus. Der Konzern sondiert derweil den Markt für weitere Zukäufe.<BR></P>

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