Geteiltes Imperium

Aldi Nord und Aldi Süd: Geschichte der Trennung und die echten Unterschiede zwischen den Discountern

Aldi Nord und Aldi Süd bilden zusammen ein Discounter-Imperium. Darum kam es zur Trennung der beiden Unternehmen und das unterscheidet sie.

  • Mit der Marke Aldi erfanden die Brüder Theo und Karl Albrecht den Lebensmittel-Discounter.
  • Die Trennung in Aldi Nord und Aldi Süd fand schon 1961 statt.
  • Danach gingen die beiden Discounter-Riesen sehr unterschiedliche Wege.

Essen - Die Beliebtheit von Aldi ist ungebrochen: Fast jeder zweite Deutsche hat mindestens einmal bei dem Discounter eingekauft, wenn man nach dem Einkaufsverhalten der vorherigen drei Monate fragt. Und doch weiß man erstaunlich wenig über das Handelsimperium. Aldi ist ein geheimnisvoller Riese - das liegt auch an der undurchsichtigen Unternehmensstruktur.

Aldi Nord und Aldi Süd sind zwei völlig getrennte Unternehmen, die jeweils in eine Vielzahl kleinere Gesellschaften aufgeteilt sind. Selbst Branchen-Experten können kaum den Überblick behalten. Wie kam es überhaupt zur Trennung und der komplexen Struktur von Aldi Nord und Aldi Süd?

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So kam es zur Teilung in Aldi Nord und Aldi Süd

Die Entstehungsgeschichte der Marke Aldi liefert die Erklärung - zumindest ansatzweise. Die Aldi-Gründer Theo Albrecht und Karl Albrecht übernahmen 1945 das kleine Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern in Essen. Schnell bauten sie es zu einer Handelskette aus, die zehn Jahre später schon aus 100 Läden bestand. Überschaubares Sortiment, schlicht gehaltene Filialen an allen Standorten, niedrige Preise: Die Aldi-Brüder erfanden den modernen Discounter.

Die Trennung in Aldi Nord und Aldi Süd erfolgte 1961: Theo Albrecht führte den Norden, Karl Albrecht den Süden. Über den Grund schwiegen die Aldi-Brüder, die ihr Leben abgeschottet von der Öffentlichkeit verbrachten.

Es kursieren verschiedene Gerüchte über die Teilung in Aldi Nord und Aldi Süd. So sollen sich die Brüder nicht einig gewesen sein, ob sie Zigaretten in den Filialen verkaufen wollten. Ein anderes Mal heißt es, ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten hätten zur Trennung geführt. Ein Unternehmenssprecher führt gegenüber DerWesten schlicht „betriebswirtschaftliche Gründe“ an.

Trennung in Aldi Nord und Aldi Süd als Erfolgsfaktor

Tatsächlich ermöglichte die Trennung ein schnelles Wachstum. Aldi Nord und Aldi Süd konnten sich in verschiedene Richtungen entwickeln, sich gegenseitig zu Innovationen anspornen. „Interner Wettbewerb war immer schon ein wichtiger Erfolgsfaktor im System Aldi“, sagte Handelsexperte Matthias Queck der dpa.

Die Grenze zwischen Aldi Nord und Aldi Süd verläuft quer durch Deutschland und wird scherzhaft als Aldi-Äquator bezeichnet. Die Firmenzentralen sitzen jeweils in Essen (Nord) und in Mühlheim an der Ruhr (Süd). Aldi Nord hat laut eigenen Angaben 60.000 Mitarbeiter und betreibt mehr als 4700 Filialen weltweit. Aldi Süd ist deutlich größer - mit etwa 148.900 Mitarbeiter und 6240 Filialen weltweit. 

International sind die beiden Unternehmen in unterschiedlichen Ländern aktiv. Aldi Nord unter anderem in Polen, Dänemark, den Niederlanden, Frankreich und Spanien. Aldi Süd in Österreich, Italien, Großbritannien, den USA und Australien.

Der „Aldi-Äquator“ trennt Deutschland in Nord und Süd - zumindest was das Einkaufen angeht.

Aldi Nord und Aldi Süd: Das sind die wichtigsten Unterschiede

Aldi Nord und Aldi Süd haben nicht nur ein unterschiedliches Sortiment, sondern auch unterschiedliche Strategien. Der Norden hätte sich konsequenter an den Billig-Kurs der Anfangsjahre gehalten, Modernisierungen hinausgezögert, wie Experten der Wirtschaftswoche sagten. Der Süden investierte dagegen früher in helle und moderne Filialen, die das Einkaufserlebnis angenehmer gestalteten.

Diese Strategie hat sich ausgezahlt: Aldi Süd ist deutlich erfolgreicher als Aldi Nord, wie Zahlen aus dem Jahr 2018 zeigen. So kämpfte der Norden zu diesem Zeitpunkt offenbar mit sinkenden Umsatz und roten Zahlen, während der Süden besser dastand.

Zuletzt näherten sich die beiden Unternehmen einander wieder an. So wollen Aldi Nord und Aldi Süd viele ihrer Eigenmarken vereinheitlichen, bei Sortiment und Aktionen sind mehr Gemeinsamkeiten vorgesehen. Auch gemeinsame Werbekampagnen sind geplant. Eine Fusion der beiden Aldi-Gruppen soll es aber nicht geben.

Statt einem Gefallen bekommt er vom Personal nur eine „pampige“ Absage: Ein Aldi-Kunde äußert sich verärgert über einen Vorfall in einer Aldi-Filiale. Auch macht eine Kundin einen ekligen Fund bei Aldi - und es ist nicht das erste Mal, dass sie „sowas Schönes“ findet.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Steinberg/Z1019 Förster

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