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Aldi hat erneut an der Preisschraube gedreht. Dieses Mal sind Wurstwaren billiger geworden.

Dafür hagelt es Kritik

Preiskampf: Aldi läutet neue Runde ein

Essen - Aldi hat am Samstag erneut den Rotstift angesetzt - dieses Mal bei Wurstwaren. Kurz darauf zog Norma nach. Noch bevor die restliche Konkurrenz dem Beispiel folgt, hagelte es Kritik.

Der Preiskampf im deutschen Lebensmittehandel verschärft sich. Discount-Marktführer Aldi läutete am Samstag eine neue Preisrunde ein und senkte die Preise für zahlreiche Wurstwaren vom Bratenaufschnitt über den Schwarzwälder Schinken bis zur Salami. Mit Norma folgte kurz darauf der erste Rivale und setzte ebenfalls den Rotstift an.

Aldi begründete die Preissenkungen zwischen 2,5 und 10 Prozent mit den gesunkenen Einkaufspreisen. Aldi gebe diese Preisvorteile an seine Kunden weiter - ohne Abstriche an der Qualität oder den Tierschutzstandards. Norma begründete die Senkungen ebenfalls mit günstigeren Einkaufspreisen, die umgehend an die Kunden weitergereicht würden. Auch dort geht es um zahlreiche Aufschnittsorten, deren Preis je Packung in der Regel um 10 Cent reduziert wird.

Aldi sorgt zurzeit mit immer neuen Rotstift-Aktionen dafür, dass die Preise im deutschen Lebensmittelhandel erstmals seit Jahren wieder auf breiter Front ins Rutschen geraten. Seit Januar hat Aldi Schlag auf Schlag die Preise für Eier, Instant-Kaffee, Frühstücks-Cerealien, Wein, Fisch, Butter und Fleisch gesenkt und setzt damit die Konkurrenz unter Druck.

"Über Fleischwaren einen Dumpingwettbewerb zu führen, ist schlicht eine Schweinerei"

Die Rotstift-Aktionen von Aldi haben Auswirkungen auf den gesamten Handel. Denn viele Wettbewerber orientieren sich im Preiseinstiegsbereich am Discount-Marktführer. Vor allem die Preissenkungen bei Rind- und Geflügelfleisch vor einer Woche stießen jedoch bei Tierschützern, aber auch in Teilen des Handels auf Kritik. Der deutsche Tierschutzbund sprach von einer Dumping-Strategie auf dem Rücken der Tiere. Auch Konkurrent Lidl kritisierte in einem für die Branche ungewöhnlichen Schritt aus Tierschutzgründen die Preissenkungen des Marktführers.

Der schleswig-holsteinische Agrarminister Robert Habeck (Grüne) hat die jüngsten Preissenkungen der Discounter bei Fleisch scharf kritisiert. „Über Fleischwaren einen Dumpingwettbewerb zu führen, ist schlicht eine Schweinerei“, sagte Habeck am Samstag der dpa. Er forderte die Verbraucher auf, verantwortungsvoll zu handeln und diese Waren zu „verschmähen“. Und die Discounter müssten aufhören, die Spirale immer weiter zu drehen, sagte der Minister.

Immer wieder sieht sich Aldi durch Wettbewerber herausgefordert

„Lockangebote, die den Bauern die Daumenschrauben anlegen und sie zwingen, Masse statt Klasse zu produzieren, zerstören alles, was politisch sinnvoll ist.“ Es heize ein System an, in dem das Wohl des Tieres nachrangig sei. Dass der Bauernverband und Tierschutzorganisationen sich dagegen wehrten, sei eine erfreuliche Allianz.

Doch ließ sich Aldi von der Kritik nicht beeindrucken, wie die neue Preisrunde zeigt. Für den Marktführer ist es zurzeit wichtig, Preissignale zu setzen. Denn immer wieder sieht sich Aldi durch Wettbewerber herausgefordert. So unterboten Rivalen wie Lidl oder Rewe in den vergangenen Monaten immer wieder mit Sonderangeboten die Aldi-Dauerpreise und kratzen damit am Billig-Image des Unternehmens.

dpa

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