Auch bei Regionalzügen

Dobrindt fordert schnelles Internet in S-Bahnen

München - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt fordert schnelles Internet für Regionalzüge und S-Bahnen. Die Bahn solle das Internet kostenlos zur Verfügung stellen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) fordert schnelle Internetverbindungen in Regionalzügen und S-Bahnen. Die Deutsche Bahn und ihre Konkurrenten im Regionalverkehr müssten sich auf die "sich verändernden Lebensrealitäten der Menschen einstellen und deswegen Mobilfunk und schnelles Internet in allen Zügen anbieten", sagte Dobrindt der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch.

Es genüge nicht, nur den Fernverkehr auszurüsten, auch Regionalzüge und S-Bahnen müssten über einen drahtlosen Internetzugang verfügen. Der Staatskonzern müsse seinen Kunden schnelles Internet "kostenlos" zur Verfügung stellen.

Die Bahn könne "das Verkehrsmittel des digitalen Zeitalters werden", sagte Dobrindt. Nötig sei jedoch "eine Modernisierungsoffensive, um dieses Potenzial voll auszuschöpfen". Dobrindt hatte bereits im September Internet in allen Zügen gefordert.

Bahn verweist auf Bundesländer

In ihren ICE-Zügen verbessert die Deutsche Bahn derzeit den Internetempfang. Gemeinsam mit drei großen Mobilfunkanbietern beschleunige der Konzern momentan die Ausrüstung der Züge mit neuen Repeatern, die Funkwellen von außen in den Zug leiten, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Dienstagabend in Berlin vor Journalisten. Ziel sei es, den Kunden verschiedener Mobilfunkanbieter ein "stabiles und leistungsfähiges Surfen" zu gewährleisten. "Digitale Lösungen verfolgen wir natürlich nicht nur im Fernverkehr, sondern in allen Geschäftsfeldern", ergänzte Grube.

Bisher können Reisende der Deutschen Bahn nur im ICE-Kernnetz mit einer Länge von 5200 Kilometern während der Fahrt im Internet surfen. Für Kunden der ersten Klasse ist die WLAN-Nutzung dabei kostenlos, in der zweiten Klasse müssen die Fahrgäste dafür derzeit noch zahlen. Im Regional- und S-Bahnverkehr gibt es bislang noch kein WLAN.

Die Bahn verweist laut "Süddeutscher Zeitung" darauf, dass sie den Regionalverkehr, anders als den Fernverkehr, nicht eigenwirtschaftlich betreibt, sondern von den Ländern damit beauftragt wird. Wenn WLAN in Regionalzügen gewünscht werde, müsse in den Ausschreibungen der Verkehrsverträge die entsprechende Bordtechnik berücksichtigt werden und die nötige Mobilfunk-Infrastruktur entlang der Strecken verfügbar sein, hieß es dem Bericht zufolge bei der Bahn. "Bei entsprechender Bestellung rüsten wir gerne unsere Züge aus."

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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