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Alfred Gaffal tritt seine dritte Amtszeit an. 

Kontra bei Festrede

Gaffal als vbw-Präsident wiedergewählt - Seehofer lobt Merkel

Alfred Gaffal ist als Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft wiedergewählt worden. Bei seiner Festrede bekam er Kontra.

München - Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen scharfe Kritik der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) verteidigt. In den zwölf Jahren ihrer Kanzlerschaft sei die Welt mehrfach aus den Fugen geraten, aber Merkel habe „welche Krise auch immer bestens gemeistert“, sagte Seehofer am Montag bei der Bayerischen Wirtschaftsnacht in München.

Der frisch im Amt bestätigte Vbw-Präsident Gaffal hatte kritisiert: „Die schwarz-rote Bundesregierung hat in den letzten vier Jahren nicht viel für die Wirtschaft getan.“ Die Koalition habe die Rentenkasse überlastet, die Bürokratie erhöht, und „die Energiepolitik ist ein Desaster“, sagte Gaffal. Überzogene Klimaziele gefährdeten die Autoindustrie, die ein Drittel der industriellen Wertschöpfung im Freistaat erbringe.

Wenn die Tarifparteien um Lohnerhöhungen feilschten, profitiere am Ende der Fiskus. „Mit dieser Politik in Berlin gegen die Wirtschaft sollte endlich Schluss sein“, forderte Gaffal. „Die Agenda 2010 zurückzudrehen, was in den letzten Jahren geschehen ist und was Martin Schulz auch will, wäre fatal.“ Stattdessen müsse die kalte Progression angegangen und der Solidarzuschlag rasch gestrichen werden.

Die vbw-Mitgliederversammlung bestätigte den 69-Jährigen am Montag für zwei weitere Jahre im Amt. „Mein Ziel ist es, notwendige wirtschaftspolitische Weichenstellungen mitzugestalten. Wir brauchen eine nachhaltig starke und investitionsfreundliche Wirtschaftspolitik, die auch dem nächsten rückläufigen Konjunkturzyklus trotzt“, sagte er.

Der langjährige Chef des Heizungstechnik-Unternehmens Wolf mit Sitz in Mainburg ist seit 2013 eine der wichtigsten Stimmen der bayerischen Wirtschaft. Ebenfalls seit 2013 ist Gaffal Präsident der bayerischen Metall-Arbeitgeber.

dpa

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