Alitalia vor Absturz: "Nur noch 20 Tage"

- Rom - Trotz aller Rettungsversuche befindet sich die marode Alitalia weiterhin im Sturzflug. Die Umsatzziele und der erhoffte Aufschwung bei den Passagierzahlen konnten in diesem Sommer nicht erreicht werden. Und es sind nicht etwa Analysten oder Wirtschaftsexperten, die Alarm schlagen, sondern der Konzern selbst: Der Präsident der Fluggesellschaft, Giancarlo Cimoli, erklärte jetzt, die Umsätze von Juli und August lägen weit unter den erwarteten 17 Millionen Euro. Und der Direktor Massimo Chieli warnte: "Ohne eine baldige Einigung über den Sanierungsplan kann Alitalia nur noch 20 Tage überleben."

<P>Knackpunkt ist nach wie vor die schwierige Verhandlung mit den Gewerkschaften über den nötigen Stellenabbau. Um die Linie wieder auf Kurs zu bringen, wird die Streichung von bis zu 5000 Arbeitsplätzen nötig sein, hieß es bereits im Juni. Jedoch gibt es bis heute keine genauen Zahlen, die Verhandlungen stocken, die Arbeitnehmervertretungen machen keinerlei Zugeständnisse. Wenn keine Einigung gefunden wird, könnte die Fluglinie am 15. September unter eine kommissarische Übergangsverwaltung gestellt werden. "Die Alitalia-Krise ist noch schlimmer als in allen Vorhersagen", titelte die Zeitung "Il Sole 24 Ore".<BR><BR>Vor allem auf dem Heimatmarkt hat die Gesellschaft unterdessen bei den Passagierzahlen starke Einbußen hinnehmen müssen. Grund sind nach wie vor die hohen Ticketpreise. Zuletzt forderte die italienische Luftfahrtbehörde Enac bereits die britische BA und die Lufthansa auf, die Preise für einige Langstrecken mit Startflughäfen in Italien zu erhöhen.<BR><BR></P>

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