Alle gegen Opel und GM

Düsseldorf - Das Opel-Management muss für das angekündigte Aus seines Bochumer Werkes scharfe Kritik von der Politik einstecken. Im Düsseldorfer Landtag schossen sich alle Fraktionen auf die Opel-Führung.

Der Vorwurf: Die Manager hätten auf das Ende des Ruhrgebietsstandortes gezielt hingearbeitet.

Wirtschaftsminister Garrelt Duin machte seinem Ärger über die neusten Entwicklungen Luft. Mitten in die Gespräche über eine langfristige Perspektive für den Bochumer Standort habe die Konzernführung Anfang der Woche das Aus für die Autoproduktion verkündet. „Das ist kein guter Stil, wenn man sich in Verhandlungen über eine Gesamtkonzeption befindet“, sagte der SPD-Politiker.

GM dürfe sich nun nicht aus der Verantwortung stehlen. Betriebsbedingte Kündigungen dürfe es nicht geben und die angekündigte Komponentenfertigung müsse eine hochwertige Produktion umfassen. Anstatt des Staates sei der Konzern in der Pflicht, finanzielle Mittel für Bochum bereitzustellen, sagte Duin.

Der aus Bochum stammende SPD-Abgeordnete Thomas Eiskirch warf der Unternehmensführung eine Reihe von Managementfehlern vor. Dazu zählten die Abschottung von wichtigen Absatzmärkten und die ständigen Personalwechsel an der Firmenspitze. „So plant man keine Zukunft, so plant man das Ende eines Unternehmens“, sagte Eiskirch. Dass die für das Wochenende geplante Feier zum 50-jährigen Bestehen des Bochumer Werkes abgesagt wurde, kritisierte der Sozialdemokrat als „unwürdig“, wodurch der Stolz der Opelaner untergraben werde. SPD-Fraktionschef Norbert Römer fasste die Kritik zusammen: „Wir lassen uns von diesem amerikanischen Unternehmen nicht auf der Nase herumtanzen.“

FDP kritisiert „Angststrategie“

Der FDP-Wirtschaftsexperte Dietmar Brockes warf dem US-Konzern GM eine „Angststrategie“ vor, die Opel erheblich geschadet habe. Die Automarke sei aus dem Premiumsegment herausgenommen worden und hätte nicht auf dem boomenden asiatischen Markt auftreten dürfen. Dass derzeit keine Staatshilfen gefordert würden, sei zudem richtig. „Sie kosten nur Geld und bringen keine Lösungen, sondern Probleme“, sagte Brockes. Allerdings müsse sich die Landesregierung engagierter in den Fall einbringen.

Die CDU warf der Regierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) vor, von den neusten Entwicklungen überrascht worden zu sein. „Da haben sie doch irgendetwas nicht mitgekriegt“, sagte Parteichef Armin Laschet. Vor allem Wirtschaftsminister Duin hätte sich stärker um Bochum kümmern müssen. Trotzdem verwies auch Laschet auf die Arbeit der Konzernführung, die „gegen alle marktwirtschaftliche Logik“ agiert habe. Regierungschefin Kraft wies die an ihr Kabinett gerichtete Kritik zurück.

Die rund 3.000 Mitarbeiter von Opel in Bochum wurden am Montag darüber informiert, dass nach 2016 keine Autos mehr an dem Ruhrgebietsstandort gebaut werden. Wie es mit dem Werk und den Arbeitsplätzen weitergeht, ist noch unklar.

dapd

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