Klage gegen Ausbau des Memminger Flughafens

Anwohner und Naturschützer klagen gegen Allgäu Airport

Memmingen - Besser und sicherer: Der Allgäu Airport soll für 15,5 Millionen ausgebaut werden, doch Anwohner und Naturschützer sind dagegen, haben Klage eingereicht.

Der geplante Ausbau des Allgäu Airport ist Naturschützern und Anwohnern ein Dorn im Auge. Sie befürchten unter anderem, dass eine Verlängerung der Flugzeiten am Memminger Regionalflughafen zu einer größeren Lärmbelastung führt. „Mit dem Ausbauvorhaben soll bis 2025 eine Vervierfachung der Passagierzahlen ermöglicht werden. Dies ist aus Klima- und Lärmschutzgründen unerträglich“, sagte Thomas Frey vom Bund Naturschutz (BN) in Bayern am Freitag in Memmingen. Dort stellten Vertreter des BN mit der Bürgerinitiative „Bürger gegen Fluglärm“ die Gründe ihrer Klage vor, über die der bayerische Verwaltungsgerichtshof in München von Mittwoch (27. Mai) an verhandelt.

Geplant: Ausweitung der Flugzeiten

Die Klage des BN, der Gemeinde Westerheim und mehrerer Anwohner wendet sich gegen den Planfeststellungsbeschluss, mit dem ein Infrastrukturausbau sowie eine Ausdehnung der Flugzeiten genehmigt wurden. Nachdem zuletzt die Passagierzahlen am Airport gesunken sind, sehen die Kläger den Bedarf für den Ausbau nicht gegeben. Zudem setze sich der genehmigte Beschluss nicht mit dem Thema Klimaschutz auseinander. „Dadurch ist er schlichtweg rechtswidrig“, sagte Frey. „Wenn wir unsere Klimaschutzverpflichtungen erreichen wollen, können wir keine Steigerung des Flugverkehrs verkraften.“

Der Allgäu Airport will in den kommenden Jahren 15,5 Millionen Euro in Infrastruktur und Sicherheit investieren. Unter anderem ist geplant, das Terminal zu modifizieren, die Start- und Landebahn zu verbreitern und die technische Ausstattung zu verbessern. Mit dem Ausbau strebt der Flughafen auch verlängerte Flugzeiten an. Bislang sind Starts und Landungen nach 22.00 Uhr nur unter besonderen Voraussetzungen erlaubt. Künftig sollen Landungen mit Einschränkungen auch bis 23.00 Uhr möglich sein.

Flughafen hat zwölf Millionen Euro Schulden

Die Europäische Kommission hat staatliche Zuschüsse in Höhe von 7,75 Millionen Euro für den Ausbau genehmigt. Nach Angaben des Airport-Geschäftsführers Ralf Schmid hat der Freistaat eine Aufstockung auf zehn Millionen Euro in Aussicht gestellt. Eine weitere Geldspritze soll von den Gesellschaftern kommen, von denen der Flughafen getragen wird - derzeit 73 an der Zahl. „Von den Gesellschaftern gab es ein klares Bekenntnis zur Erhöhung der Kapitaleinlagen als Finanzierungsbeitrag für den geplanten Ausbau“, sagte Schmid. Die Rede sei von vier bis fünf Millionen Euro. Der Allgäu Airport hat eigenen Angaben zufolge derzeit zwölf Millionen Euro Schulden.

Zum Ausgang des bevorstehenden Gerichtsverfahrens ist Schmid optimistisch gestimmt. „Der Antrag enthält nichts, was unüblich ist. Wir brauchen die Baumaßnahmen und die Verlängerung der Flugzeiten, um den Allgäu Airport fit zu machen für die Zukunft.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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