Allianz arbeitet am großen Wurf

München - Die Gerüchte über bevorstehende Großhochzeiten deutscher Banken reißen nicht ab: Der Allianz-Konzern denkt angeblich über ein Dreierbündnis seiner kriselnden Tochter Dresdner Bank mit der Commerzbank und Postbank nach.

Bislang handle es sich um Planspiele, konkrete Verhandlungen habe es noch nicht gegeben, schrieb die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Keines der Finanzinstitute wollte das kommentieren. Sowohl Commerzbank, Deutsche Bank als auch die Allianz hatten in der Vergangenheit Interesse an der Postbank signalisiert.

Im Hinblick auf eine Dreier-allianz aus Dresdner Bank, Commerzbank und Postbank werde in der Bankbranche über einen lange Zeit undenkbaren "großen Wurf" gesprochen, hieß es. Seit Anfang der Woche machen diverse Fusionsgerüchte die Runde. Angeheizt wurden sie durch die kürzlich bekannt gegebene Aufspaltung der ertragsschwachen Dresdner Bank in die Investmentbank Dresdner Kleinwort und eine Privat- und Firmenkundenbank.

Wie schwierig es ist, zwei große Institute zusammenzubringen, zeigen allerdings gescheiterte Fusionsversuche von Deutscher und Dresdner Bank sowie von Commerzbank und Dresdner Bank. Wegen Milliardenabschreibungen bei der Investmentsparte der ohnehin renditeschwachen Dresdner Bank steht der Finanzkonzern Allianz unter Handlungsdruck. "In der Allianz ist schon seit einem Jahr klar, dass das Bankgeschäft entweder gestärkt oder abgestoßen wird", hieß es in Konzernkreisen. Noch zu Beginn der Woche war über eine Zweierallianz aus Dresdner Bank und Postbank spekuliert worden. Die Allianz gelte als Favorit im Übernahmepoker um die Post-Tochter, hieß es.

Daneben gab es aber auch Berichte, wonach der chinesische Staatsfonds CIC an der Investment-Sparte der Dresdner Bank oder sogar einer Komplettübernahme interessiert sei. Aber auch über einen Verkauf der Dresdner Bank an die italienische Unicredit (Mutter der HypoVereinsbank) oder die spanische Banco Santander wird spekuliert. Wieder anderen Gerüchten zufolge verfolgt der Allianz-Konzern Pläne, die Investment-Sparte der Dresdner Bank und das Privatkundengeschäft getrennt abzugeben.

Bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Zukunft der Banken dürften noch Monate vergehen. So fehlt für einen Verkauf der Mehrheitsanteile an der Postbank auch das grüne Licht aus dem Vorstand des Post-Konzerns. Entscheidendes Mitspracherecht bei den Verkaufsplänen hätte zudem die Bundesregierung als größter Einzelaktionär der Post.

Zur Möglichkeit einer Dreierallianz aus Dresdner Bank, Post- und Commerzbank hieß es im "FAZ"-Bericht, vorgesehen sei, die Allianz-Tochter als Sacheinlage in die Commerzbank einzubringen. Dieses neu formierte Kreditinstitut solle dann mit der Allianz als Großaktionär eine Mehrheit an der Postbank erwerben. So entstünde neben der Deutschen Bank eine zweite deutsche Bankenmacht, die mit mehr als 26 Millionen Kunden zugleich die größte Filialbank wäre.

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