Allianz und Commerzbank bieten für Postbank

Hamburg - Die Allianz und die Commerzbank haben nach Informationen des "manager-magazin" ein Angebot für die Postbank im Volumen von rund zehn Milliarden Euro abgegeben. Dies will das Magazin aus Kreisen der beteiligten Unternehmen erfahren haben.

Gemeinsam wollen der größte deutsche Versicherungskonzern und das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes einen neuen nationalen Bankenchampion schaffen.

Die Postbank als auch der Mehrheitseigner, die Deutsche Post, lehnten auf Anfrage einen Kommentar dazu ab. Auch von der Allianz und der Commerzbank gab es keine Stellungnahme.

Die Allianz will laut dem Bericht dazu ihre Tochter Dresdner Bank mit der Commerzbank und der Postbank fusionieren. Schon jetzt besitzt die Dresdner Bank mit 1074 Filialen das größte Filialnetz aller deutschen Großbanken, die Commerzbank verfügt hierzulande über rund 820 Geschäftsstellen.

Die Postbank wiederum zählt mit rund 14,5 Millionen Kunden zu den größten Publikumsbanken der Republik. Gemeinsam würden sie den bisherigen Branchenprimus, die Deutsche Bank, überflügeln. An der Börse gerieten die Kurse aller drei Finanzinstitute am Donnerstagnachmittag in Bewegung. Aktien der Deutsche Post-Tochter sprangen um 2,00 Prozent auf 61,09 Euro an, und Commerzbank-Titel schossen um 2,21 Prozent auf 22,19 Euro hoch. Aktien der Allianz verringerten ihre Verluste und gaben zuletzt nur noch 3,51 Prozent auf 120,01 Euro ab.

Eine Allianz der drei Kreditinstitute wäre laut Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse für den Versicherungskonzern positiv, da sich die Allianz dann nur mit einem geringen Anteil an einen Bankenverbund beteiligen müsste. Für die Commerzbank wäre ein Zusammengehen mit der Postbank ebenfalls sinnvoll, da sie dadurch an dem Branchenprimus Deutsche Bank vorbeiziehen würde. Den in dem Bericht genannten Übernahmepreis halte er für vernünftig, da er bereits eine Prämie enthalte.

Am Vortag hatte Allianz-Konzernchef Michael Diekmann Gespräche über eine Neuordnung der deutschen Bankenbranche bestätigt. "Derzeit finden Gespräche statt, die aber noch nicht das Stadium erreicht haben, dass ich heute darüber berichten kann", sagte Diekmann am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. Grund für die Verschwiegenheit sei, dass er die Verhandlungsposition des Konzerns nicht schwächen wolle.

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