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Für Deutschland sagte der Allianz-Experte mehr und heftigere Stürme und Starkregen voraus.

Versicherer erwartet Zunahme

Allianz: Mehr Schäden durch Naturkatastrophen

München - Weltweit wachsen die Metropolen in Küstennähe - aber mit dem Klimawandel wächst auch das Risiko extremer Stürme und Überflutungen. Die Allianz befürchtet mehr Schäden, auch in Deutschland.

Der Hurrikan „Sandy“ ist für die Allianz nur ein Vorbote. Europas größter Versicherer rechnet in den kommenden Jahren mit einer starken Zunahme der Schäden durch Naturkatastrophen. „Viele der Millionenmetropolen sind unzureichend auf Stürme vorbereitet, wie "Sandy" in New York zeigte“, sagte Allianz-Meteorologe Markus Stowasser am Dienstag in München.

Mit der Klimaerwärmung steige der Meeresspiegel, trotzdem nehme die Besiedlung der Küsten und flutgefährdeten Regionen zu. Heute lebe bereits mehr als eine Milliarde Menschen in tiefliegenden Küstenregionen. Und „die Vermögenswerte wachsen weiter, insbesondere in Wachstumsregionen in Asien“, sagte Stowasser.

Für Deutschland sagte der Allianz-Experte mehr und heftigere Stürme und Starkregen voraus. Dächer und Fassaden sollten besser vor Hagel geschützt werden, „insbesondere neue empfindliche Wärmedämmungen“. Die beiden teuersten Naturkatastrophen in Deutschland waren die Oderflut 2002 und der Sturm Kyrill 2007, die zusammen 17 Milliarden US-Dollar kosteten (nach aktuellem Kurs gut 13 Milliarden Euro).

Hurrikan "Sandy" verwüstet Ostküste auf 1000 Kilometern

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Naturkatastrophen träfen Asien zwar 25 Mal so häufig wie Europa. Aber der Ausfall wichtiger Zulieferer durch eine lokale Katastrophe könne Unternehmen, Mitarbeiter und Verbraucher weltweit treffen, sagte Volker Münch von der Allianz-Industrieversicherung AGCS. Das bekamen Auto- und Elektronikindustrie nach dem Tsunami in Japan und Überschwemmungen in Thailand im vergangenen Jahr zu spüren. Unwetter sind der häufigste Grund für Betriebsunterbrechung durch Lieferantenausfälle.

Die Allianz legt mit ihrer Quartalsbilanz am kommenden Freitag vielleicht auch schon eine erste Schätzung der Schäden durch „Sandy“ vor. Dem Versicherungsdienstleister Eqecat zufolge könnte der Hurrikan in den USA 50 Milliarden Dollar an Werten vernichtet haben und die Versicherungsbranche bis zu 20 Milliarden Dollar kosten.

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Die Allianz erklärte, ein sehr starker Hurrikan könne heute in New York im schlimmsten Fall einen Schaden von einer Billion Dollar anrichten - bis zum Jahr 2050 aber Schäden von fünf Billionen Dollar, wegen des Anstiegs des Meeresspiegels.

Wetterbedingte Versicherungsschäden seien seit 1980 um das 15-fache gestiegen. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre hätten die Schäden durch Naturkatastrophen 113 Milliarden Dollar im Jahr betragen. Allianz-Rückversicherungschef Amer Ahmed sagte: „Wir werden mehr von den gleichen Risiken sehen, mehr Naturkatastrophen mit komplexeren Schäden.“

dpa

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