Allianz verdient Milliarden

München - Europas größter Versicherungskonzern Allianz hat im vergangenen Jahr nach dem Abschied von der verlustreichen Dresdner Bank wieder einen Milliardengewinn eingefahren.

2010 traut sich das Unternehmen aber wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten keinen konkreten Ausblick zu. Zwar wolle man an das operative Ergebnisniveau von 2009 anschließen, erklärte Allianz-Chef Michael Diekmann am Donnerstag. “Wegen des weiterhin volatilen Marktumfelds kann es aber keine Punktprognose geben.“ Die Allianz-Aktie gab zur Börseneröffnung um gut 0,3 Prozent auf knapp 82 Euro nach.

Unter dem Strich verbuchte der Versicherer im vergangenen Jahr einen Überschuss von 4,3 Milliarden Euro. Im Vorjahr fiel wegen der Probleme mit der 2008 an die Commerzbank verkauften Dresdner Bank ein Verlust von gut 2,4 Milliarden Euro an. Das frühere Allianz- Sorgenkind sorgt jetzt mit milliardenschweren Integrationskosten bei seiner neuen Mutter für hohe Belastungen. Vom Rekordniveau früherer Jahre ist die Allianz aber immer noch weit entfernt. So hatte der Versicherer im Jahr 2007 und damit vor Ausbruch der Finanzkrise fast 8 Milliarden Euro Gewinn verbucht.

Ihre Dividende will die Allianz von 3,50 Euro auf 4,10 Euro anheben. Damit ist eine etwas höhere Ausschüttung geplant als Analysten erwartet hatten. Der Gesamtumsatz kletterte 2009 um gut 5 Prozent auf 97,4 Milliarden Euro. Die im Versicherungsgeschäft wichtige Schaden-Kosten-Quote erhöhte sich allerdings um 2 Prozentpunkte auf 97,4 Prozent. Die Quote gibt das Verhältnis von Schäden und Verwaltungskosten zu den Prämieneinnahmen an. Je niedriger sie liegt, desto profitabler arbeiten Versicherer. Das operative Ergebnis verringerte sich um 2 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

Sparte Schaden- und Unfallversicherung brach ein

In den einzelnen Segmenten schnitt der Versicherer unterschiedlich ab. So brach das operative Ergebnis in der wichtigsten Sparte Schaden- und Unfallversicherung um mehr als ein Viertel auf 4,1 Milliarden Euro ein. In der Lebens- und Krankenversicherung konnte die Allianz das operative Ergebnis auf 2,8 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, in der Vermögensverwaltung kletterte es um gut die Hälfte auf 1,4 Milliarden Euro. Allianz-Chef Diekmann sagte: “Allein die Veränderung unserer Schaden-Kosten-Quote um einen Prozentpunkt beeinflusst unser operatives Ergebnis um rund 400 Millionen Euro.“ Neben der Anlagepolitik werde das Management daher auch diese Kennziffer genau im Auge behalten.

Rubriklistenbild: © dpa

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