Allianz gibt Aktien-Pakete ab: Deutschland AG löst weitere Bande

- München - Die Allianz beschafft sich durch drei komplexe Finanztransaktionen erneut eine Milliardensumme am Kapitalmarkt. Zudem verringern die Münchner so das Risiko in ihren Büchern.

<P>Der Münchner Versicherer Allianz stärkt die eigene Kapitalbasis überraschend durch mehrere Transaktionen im Gesamtumfang von 3,7 Milliarden Euro. Zugleich bauen die Bayern damit ihren Aktienbestand weiter ab, der beim Börsenverfall nach 2000 milliardenschwere Wertberichtigungen des Versicherers ausgelöst hatte. "Mit diesem Paket haben wir unsere wichtigsten Finanzierungsziele für 2005 schon im Januar erreicht", sagte Allianz-Finanzchef Paul Achleitner zur Bedeutung der Mammuttransaktion.<BR><BR>Die besteht aus drei Teilen, die sich ausschließlich an institutionelle Investoren und nicht an Privatanleger richten.<BR><BR> Im Umfang von 1,2 Milliarden Euro platzieren die Münchner eine Wandelanleihe, deren Rendite von der Entwicklung des Dax in denkommenden drei Jahren abhängt. Tilgen wird die Allianz die entstehende Schuld durch Aktien von BMW, Siemens oder der Münchener Rück, die der Versicherer in seinem Bestand hat. An BMW ist die Allianz zu 3,8 Prozent, an Siemens zu 1,4 Prozent und an der Rück zu 9,4 Prozent beteiligt. <BR><BR> Für rund eine Milliarde Euro platziert die Allianz zweitens eine nachrangige Anleihe, die Altanleihen im Umfang von 2,7 Milliarden Euro ablöst.<BR> Drittens verkauft die Allianz-Tochter Dresdner Bank eigene Allianz-Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Euro an das US-Institut JP Morgan, das auch bei anderen Teilen der Gesamttransaktion mit den Münchnern zusammenarbeitet. JP Morgan soll diese Anteile über eine weitere Wandelanleihe nach und nach, also kursschonend für die Allianz-Aktie, platzieren. <BR><BR>Parallel dazu überträgt die Dresdner einen eigenen Anteil von 7,3 Prozent an der Münchener Rück an ihre Mutter. Die Frankfurter Großbank räumt damit Aktien im Gesamtwert von drei Milliarden Euro aus ihren Büchern. Die Allianz kann die von der Dresdner kommenden Anteile an der Münchener Rück für die Wandelanleihe nutzen. Die komplexen Transaktionen sind diesmal nicht aus der Not geboren wie vor zwei Jahren, als die Allianz ihren damals drängenden Finanzbedarf nur durch eine Kapitalerhöhung befriedigen konnte. Heute sorgen vielmehr attraktive Konditionen an den Kapitalmärkten dafür, dass der Versicherer die Gunst der Stunde nutzt. <BR><BR>Zudem löst die Allianz mit den neuerlichen Aktienverkäufen die Deutschland AG, in deren Zentrum sie durch die Beteiligung an vielen heimischen Konzernen steht, immer mehr auf. Vor allem die Beziehung zum einstigen Schwesterkonzern Münchener Rück dünnt immer mehr aus. Zuletzt hat die Allianz bereits Aktienpakete an MAN und Beiersdorf veräußert. An der Börse brachten die Transaktionen das Papier der Allianz unter Druck, weil dadurch in einem noch nicht absehbaren Ausmaß neue Aktien des Versicherers auf den Markt kommen.<BR></P>

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