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Die Allianz will bis zu drei Milliarden Euro eigene Aktien vom Markt zurückkaufen und außerdem die Dividende anheben. Foto: Peter Kneffel/Symbolbild

Milliardensumme

Allianz sucht weiter Übernahmekandidaten

Die Allianz ist reich, kaufwillig - und will größer werden. Doch einen Traumpartner für eine Übernahme hat Europas größter Versicherer bislang nicht gefunden. Doch das Ziel gibt Vorstandschef Oliver Bäte nicht auf.

München (dpa) - Trotz einer bislang fruchtlosen Suche hält die Allianz weiter nach geeigneten Übernahmekandidaten Ausschau. Das betonte Vorstandschef Oliver Bäte in München.

Europas größter Versicherer wolle nicht um jeden Preis durch Einkauf größer werden wolle - sondern nur, wenn sich das für die Aktionäre lohnt: "Wir brauchen kein krampfhaftes externes Wachstum", sagte Bäte bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2016. "Das heißt nicht, dass wir nicht möchten, aber wir müssen nicht."

Der Münchner Versicherungskonzern hatte in den vergangenen drei Jahren ein Budget von 2,5 bis 3 Milliarden Euro für Übernahmen angesammelt, ein großer Deal kam jedoch nicht zustande. Stattdessen wird die Allianz in den nächsten zwölf Monaten eigene Aktien im Wert von bis zu drei Milliarden Euro zurückkaufen und vom Markt nehmen.

Das soll den Aktionären zugutekommen, da der Gewinn dann auf weniger Aktien verteilt wird. Somit steht sowohl eine Kurssteigerung als auch eine Steigerung des Gewinns pro Aktie in Aussicht.

Das Unternehmen setzt damit ein von Bätes Vorgänger Michael Diekmann gegebenes Versprechen um - falls sich keine geeigneten Übernahmekandidaten finden, sollte das Übernahmebudget alle drei Jahre den Anteilseignern zurückgegeben werden. Bäte hat nun den Kurs wieder geändert, die Drei-Jahres-Frist gilt nicht mehr.

Der Aktienrückkauf soll auch keineswegs bedeuten, dass nun das Geld für Übernahmen fehlt: "Wir sind so stark aufgestellt, wir können beides", sagte Bäte. Wenn es eine Übernahme gibt, dann vornehmlich in der Sachversicherung. "Es gibt Märkte, wo wir vom Marktanteil her größer sein könnten", sagte Bäte.

Bäte hatte in den vergangenen Monaten mehrfach mit Meldungen über Widerstand gegen seinen Kurs zu kämpfen. Der Vorstandschef will die Produktivität des Konzerns durch die Modernisierung von IT und Software stark steigern und macht den einzelnen Landesgesellschaften entsprechende Vorgaben.

Der hörbar angefressene Chef erklärte den internen Gegenwind mit Angst der Untergebenen: "Es gibt da den einen oder anderen im Management, der Sorgen um seinen Job oder seine Zukunft hat."

Nach Bätes Worten sollen auch tatsächlich nicht alle bisherigen Managementjobs erhalten bleiben: "Natürlich wird's nicht alle brauchen." Die Digitalisierung sei eine Umbauphase, die die gesamte Gesellschaft in Unruhe versetze. "Das löst Stress aus." Die Mitarbeiter aber seien "hochzufrieden".

2016 verlief für die Allianz besser als nach einer teuren ersten Jahreshälfte erhofft: Dank geringer Katastrophenschäden belief sich der Nettogewinn auf 6,9 Milliarden Euro, vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Dividende soll von 7,30 Euro auf 7,60 Euro je Aktie steigen. Der Umsatz ging um gut 2 Prozent auf 122,4 Milliarden Euro zurück.

Im abgelaufenen Jahr trieben vor allem die Lebens- und Krankenversicherung den Gewinn der Allianz nach oben. In diesem Jahr ist der Vorstand vorsichtig mit seiner Prognose: Ziel ist ein unverändertes operatives Ergebnis von 10,8 Milliarden Euro plus/minus einer halben Milliarde.

Ein langjähriges Sorgenkind scheint seine Krise überwunden zu haben: Die US-Kapitalanlagetochter Pimco litt lange darunter, dass die Anleger Geld abzogen - doch in der zweiten Jahreshälfte kehrte sich der Trend um, die Kunden legten von Juli bis Ende Dezember fast sechs Milliarden Euro zusätzlich bei Pimco an.

Börseninfo Allianz

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