Allianz hält am Stellenabbau fest

- München - Die Allianz hat seinen Quartalsgewinn überraschend verdoppelt und ihre Prognose noch einmal erhöht: Mit einem Jahresgewinn von über sechs Milliarden Euro soll der Rekordgewinn des Vorjahres um die Hälfte übertroffen werden. Trotzdem würden wie angekündigt 7500 Arbeitsplätze bei der Versicherung und der Dresdner Bank abgebaut werden.

"Der Stellenabbau in Deutschland ist absolut die richtige Entscheidung", sagte Vorstandsmitglied Helmut Perlet. Die Gewerkschaft Verdi forderte hingegen den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2012 und kündigte neue Warnstreiks an. "Die Allianz ist zum Super-Gewinner in der deutschen Wirtschaft geworden und darf die Beschäftigten nicht zu Verlierern machen", sagte Verdi-Vorstand Uwe Foullong dem "Tagesspiegel".

Weil Naturkatastrophen ausblieben, der Sparkurs des Konzerns sich auszahlte und das frühere Sorgenkind Dresdner Bank weiter deutliche Verbesserungen erzielte, verdoppelte die Allianz ihren Überschuss im dritten Quartal auf 1,6 Milliarden Euro. Dazu trugen auch 300 Millionen Euro aus dem Verkauf der britischen Pflegeheim-Tochter Four Seasons Healthcare bei. Der Umsatz sank allerdings und soll auch im Gesamtjahr nur das Vorjahresniveau erreichen.

Trotzdem stellte Perlet für 2006 ein operatives Ergebnis von mindestens 9,5 Milliarden Euro und "einen Jahresüberschuss von über sechs Milliarden Euro" in Aussicht, nach einem Rekordgewinn von 4,4 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Ziel seien jährlich zehn Prozent mehr Betriebsgewinn, sagte Perlet. Das Geld soll zum einen in internes Wachstum und bessere Vertriebskanäle investiert, zum anderen über deutlich höhere Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

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